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Oberst Dundukoff für heute Abend 8 Uhr zur Audienz befehlen.
Dem Oberst war es bet diesem Befehl gar nicht geheuer. Er hatte kurz zuvor Gelegenheit gesucht und gefunden, zwei Mitglieder des Geheimen Rats zu sprechen, um von ihnen etwas über die heutige Gerichtsverhandlung zu hören. Er hatte nicht nötig, danach zu fragen. Die Herren waren von dem Erlebten so voll, daß sie ihm ungefragt ihr Herz ausschütteten. Es lag daher für den Obersten nahe, die Audienz beim Kaiser mit diesem Vorkommnis in Verbindung zu bringen. Er kannte das Mißtrauen seines kaiserlichen Herrn und war deshalb in hohem Grade besorgt.
Punkt acht wurde er beim Kaiser angemeldet. Er wurde freundlich und sogar herzlich empfangen.
„Sie ahnen sicher nicht, weshalb ich Sie zu dieser ungewohnten Stunde zu sprechen wünsche, mein lieber Dundukoff!"
„Wie könnte Ich auch nur im entferntesten vermuten, welche Beweggründe Eure Majestät bestimmen, nach Ihrem untertänigsten Diener zu verlangen?
„Haben Sie vielleicht schon von der heutigen Gerichtssitzung des Geheimen Rats auf der Peter Paul-Feste gehört?"
,^3or einer Stunde traf ich die Herren Geheimen Räte Janowitsch und Michael, die erzählten mir davon. Die Herren stehen vor
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