118
früh um neun Uhr hier und besorgen Sie den Anzug. Ich steige dann mit Ihnen in Ihren Wagen und dort kann die Verkleidung erfolgen. Also auf Wiedersehen!"
Erleichtert verließ der Oberst das kaiserliche Schloß. Es stand ihm jetzt fest, daß der Kaiser ihn in keiner Weise im Verdacht hatte, dem Gefangenen das Geheimnis des Gertchtssaals verraten zu haben, sonst würde er ihn nickt durch diese Mission auszeichnen. Dagegen bewegte ihn eine andere Frage, ob und wie er dem Gefangenen den ihm bevorstehenden hohen Besuch im voraus mittetlen sollte. In so vorgerückter Abendstunde hatte er noch nie die Peter Paul- Feste besichtigt. Ein so später Besuch mußte Aufsehen erregen. Ebenso wenig konnte er am anderen Morgen vor der vom Kaiser festgesetzten Stunde das Gefängnis besuchen. Füglich sagte er sich, daß es im Grunde genommen besser sei, wenn der Gefangene nichts vorher von dem hohen Besuche wisse, der ihm bevorsteht. Wie leicht könnte er sich durch seine Befangenheit verraten und ihn dadurch in böse Verlegenheit bringen. Dabei interessierte es ihn selber, wie der Gefangene sich seinem hohen Inkognito gegenüber benehmen werde.
Am anderen Morgen in der neunten Stunde erschien der Chef der Gendarmerie mit einem alten Juden am Eingang des Gefängnisses, zur großen Ueberraschung des Gefängniswärters Jnsterhof. Ein Gefangener konnte der Jude kaum sein, denn einen solchen würde der Oberst