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Freunde seinen Aufenthalt Mitteilen? Der Oberst hatte es mit aller Entschiedenheit abgelehnt, noch einen Dritten ins Vertrauen zu ziehen, eine Vorsicht, die von seinem Standpunkte aus nur allzu berechtigt war. Durfte er hinter dem Rücken seines Wohltäters und gegen seinen ausgesprochenen Willen R. Mordechat Liefler ins Vertrauen ziehen? So unerläßlich dies auch dem Raw erschien, so sehr widerstrebte eine solche Handlungsweise seinem geraden und ehrlichen Charakter.
Hätte er sich aber auch über alle diese Bedenken hinwegsetzen können, so trat dann die zweite Frage an ihn heran, wie es möglich sei, dem Freunde eine solche Mitteilung zukommen zu lasten. Sein Scharfsinn ließ ihn auch hier nicht im Stich. Er fand ein Mittel, ohne seinen Namen und seinen Aufenthaltsort zu nennen, dem Freund wenigstens mitzuteilen, daß er am Leben sei und hoffte diese Nachricht auf demselben Wege zu übermitteln, auf dem die Frage an ihn gelangt war. Er aß noch einige Früchte, bis nur noch so wenige übrig blieben, als eben erforderlich waren, um den Boden der Büchse zu bedecken. Dann schrieb er auf einen Zettel nichts als die Worte:
und legte ihn in ein Papier gewickelt auf den Boden der Büchse unter die übrig gebliebenen Früchte. Da die Schriftzüge des Raw Rabbi Mordechat Liefler gut bekannt waren, so erfuhr er wenig-