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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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stens dadurch, daß er am Leben sei- weiter konnte er fürs erste nicht gehen.

Er hatte kaum diese Manipulation beendet, als er Schritte hörte, die sich seiner Zelle näher- ten. Die Zellentür öffnete sich, und Oberst Dundukoff trat ein. Er reichte dem Raw die Hand und sprach mit vor Aufregung zitternder Stimme:

Mann Gottes, woher wußten Sie, daß der Kaiser vorhin mit mir in Ihrer Zelle war?"

Ich habe es ja bereits sofort gesagt, woher ich es weiß, genügt Ihnen daS nicht?"

Mir genügt jedes Wort, das über Ihre Lippen geht, aber Sr. Majestät dem Kaiser ge­nügt es nicht."

Sie sind also vom Kaiser geschickt, um mich auszuhören? Das ist erfreulich, weil es mir die Ehre und die Freude Ihres Besuchs bringt. Der Kaiser will also eine Erklärung, die ihm mehr einleuchtet. Die kann ich Ihnen auch geben, aber ich bezweifle sehr, ob Sie dem Kaiser davon Mitteilung machen werden."

Der Oberst sah den Raw erstaunt an, doch dieser fuhr unbeirrt fort:

Sie, Herr Oberst, haben mir Ihren Kaiser­lichen Herrn verraten."

Ich?"

Sie. Sie sind hier in der Peter-Paul-Feste der höchste, mit aller Machtbefugnis ausgestattete Beamte. Hier ist Ihr Departement, in das Ihnen niemand hineinzureden hat, kein General, kein Minister, niemand, als höchstens der Kaiser.