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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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spricht und berieten dann gemeinsam über die Schritte, die nun zu tun waren, um mit dem Gefangenen in direkten Verkehr treten zu können. Aber sie kamen zu keinem Entschluß.

Kosik riet, der zweiten Sendung wieder einen Zettel beizulegen,und den Gefangenen selber zu ersuchen, ihnen einen Weg mitzureilen, der es ihnen ermögliche, direkt mit ihm zu Verkehren.

Ich halte es für zu gewagt", entgegnete Liefler,der zweiten Sendung wieder einen Zettel beizufügen; vielleicht bei der dritten. Einmal und noch bester einigemale müssen wir aussetzen, für den Fall, daß der Oberst irgend einen Ver­dacht hegen sollte."

Aber es ist keine Zeit zu verlieren", wendete Kosik ein,wer weiß, ob alle unsere Maßnahmen nicht jetzt schon zu spät kommen!"

Die Hauptsache ist", bemerkte Liefler,daß der Raw lebt und daß es ihm gelungen ist, das Herz des Gendarmerie-Chefs für sich derart zu gewinnen, daß er ihm selber seine Speisen von einem Juden besorgt. Das hat der Raw nicht durch Geld zuwege gebracht, sondern durch den Zauber seiner herzgewinnenden Persönlichkeit. Das ist ein großes, göttliches Wunder, und die Weisen sagen, ein Wunder tut Gott nie umsonst. Dieses Wunder aber wäre umsonst, wenn ihm nicht noch andere folgten, die dann zur Be­freiung des Raw führen. Wenn deshalb unsere Einsicht nicht ausretcht, um das Rettungswerk zu Ende zu führen, so dürfen wir sicher auf den wundermächttgen Beistand Gottes, gesegnet sei