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„Das ist es eben, was meine Lage so erschwert. Der Herr Inspektor ist ein strenger Mann, der von den vorgeschriebenen Beftim. mungen nicht um Haaresbreite abgeht. Ich kann mich ja nicht über ihn beklagen, er hat mir hier zu schreiben erlaubt und hat mir auch neulich einen geistlichen Beistand gebracht. Aber seiner Vorschrift nach läßt er mich mit dem Geistlichen nicht allein, und was könnte man Jemandem in Herzens- und Gewifsenssachen anvertrauen, wenn noch ein Dritter zugegen ist! Ich möchte mit meinem geistlichen Beistand allein unter vier Augen sprechen und das wird der Oberst nie zugeben."
„Da könnt Ihr schon Recht haben, das ist gegen die Gefängnisbestimmung."
„Dann hat aber das Ganze keinen Wert und der Mann, den der Oberst mir damals gebracht hat, ist deswegen auch kurzer Hand wieder fortgegangen. Ich muß eine längere Aussprache unter vier Augen haben- wie das aber zu erreichen ist, das ist es, worüber ich mir den Kopf zerbreche. Wenn Ihr mir dazu verhelfen könntet, ich wäre Euch ewig dankbar und würde Euch sofort für eure Mühe reichlich entschädigen."
Jastrebof kratzte sich verlegen hinter den Ohren. „Ja, wenn man wüßte, wie das etnzu- fädeln wäre! Das wäre doch ein gutes Werk, einem Menschen, und gar einem solchen wie Jhr's seid, seinen letzten Willen zu erfüllen. Es müßte jedenfalls hinter dem Rücken des Inspektors geschehen und wie meint Ihr, daß ich Euch dazu verhelfen könnte?"