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denke ich, Euch Euren Rabbiner zuführen zu können."
XVI.
Um 9 Uhr am folgenden Morgen erschien in der Zelle des Raw der Gerichtsdiener, um ihn zu einem zweiten Verhör abzuholen. Dasselbe unterschied sich von dem ersten nur in ganz untergeordneten Punkten. Man hatte inzwischen die beim Raw beschlagnahmten Papiere durchsucht, sie waren aber für die Richter unverständlich, da sie in der Kurrentschrift der heiligen Sprache geschrieben waren. Daß sie keinen Politischen Charakter hatten, lag für jeden Urteilsfähigen auf der Hand. Je weniger Beweismaterial für die Schuld des Raw vorlag, um so mehr suchten die Richter diesen Mangel durch brutale Strenge zu ersetzen. Der Raw widerlegte alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen mit einer Ruhe des Gemütes und einer Schärfe und Schlagfertigkeit des Verstandes, daß diese Haltung den Richtern aufrichtige Hochachtung vor dem Angeklagten abrang, wie sehr sie sich auch dagegen sträubten. Ein einziger Punkt war es, der auf den ersten Blick allerdings geeignet war, den Raw in ein schiefes Licht zu stellen: ihn brachte der Präsident zuletzt zur Sprache.
Die Gegner hatten in ihrer Denunziation auf die gedruckten Werke des Raw und auf ihren staatsgefährlichen Charakter htngewiesen. Diese Hinweise waren jedoch ihrer Mehrzahl nach so belanglos, daß es dem Angeklagten leicht fiel,