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reichen darf. Die Richter machen auf mich den Eindruck, daß sie von unseren Gegnern gegen mich gewonnen sind. Es ist daher ausgeschlos- sen, sie für mich zu gewinnen, auch wenn wir Unsummen Geldes daran wagen wollten. Aber es ist mir nicht zweifelhaft, daß unsere Gegner bereits Kenntnis von dem Beschlüsse haben, meine Verteidigung einem Uebersetzer nach Wilna zu schicken. Sie werden es sich angelegen sein lasten, den Uebersetzer zu gewinnen, daß er meine Verteidigung falsch wtdergibt. Dem müssen wir zuvorkommen. Ich habe bei meiner Gefangennahme bestimmt, daß Rabbi Löb Jano- witsch nach Wilna geht. Er ist ein Neffe des verstorbenen Wilnaer Gaon — sein großes Verdienst möge uns beistehen — und daher nicht im Verdacht, daß er einer der unsrigen ist. Dieser soll dort mit unseren Gegnern gute Beziehungen zu unterhalten suchen, um so ihre gegen mich geschmiedeten Pläne zu erfahren und nach Möglichkeit zu vereiteln. Durch ihn wird mein Schwager leicht den Uebersetzer erfahren, dem meine Arbeit zur Uebertragung zugeht. Hier müssen wir unseren Gegnern zuvorkommen und kein Opfer scheuen, damit der Mann seine Arbeit redlich tut und keinen gegnerischen Einflüsterungen Gehör schenkt,' habt Ihr mich verstanden ?"
„Vollkommen, ich werde sofort, wenn ich nach Hause komme, veranlassen, daß der Schwager des Rabbi noch heute nach Wilna abreist. Aber wir haben noch — —
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