162
Bei diesen Worten wurde plötzlich die Tür der Zelle aufgerifsen und der Gefängniswärter trat bleichen, verstörten Gesichts mit den Worten ein:
„Heiliger Mann, ich bin verloren. Soeben ist der Jnspekor aus dem Boote gestiegen- in zwei Minuten wird er da sein, Euer Geistlicher kann nicht mehr die Zelle verlassen, ohne ihm in die Arme zu laufen, heiliger Mann, ich bin ruiniert."
„Seid unbesorgt," beruhigte ihn der Raw, „ich verbürge mich dafür, daß Euch daraus kein Unglück erwächst. Geht ruhig auf Euern Posten, wenn ich nicht will, wird der Inspektor den Geistlichen nicht zu sehen bekommen. Verratet Euch nur nicht selber durch Euer erschrecktes Aussehen, dann habt Ihr nicht das Geringste zu fürchten."
„Aber wie wollt Jhr's denn anfangen, daß der Inspektor den Fremden nicht zu Gesicht bekommt?"
„Ueberlaßt das ruhig mir und seid guten Muts- ich wiederhole Euch, es passiert Euch nichts- geht nur Eures Wegs, damit der Inspektor Euch nicht hier trifft, den Herrn will ich schon bei Sette schaffen, daß ihn kein Inspektor der Welt sehen soll, wenn ich nicht will, daß man ihn sieht."
Als der Gefängniswärter die Zelle verlassen hatte, nahm der Rabbi seinen Gast und stellte ihn, ohne ein Wort zu sprechen, hinter den großen Bettvorhang in der fernsten Ecke der Zelle, setzte