„Seht Ihr, was hinter Euren Versprechungen steckt? Ihr habt Euch noch kaum bereit erklärt, dem armen Menschen keinen Groll mehr nachzutragen und schon beschimpft Ihr ihn wieder grundloser Weise und könnt's nicht über Euch gewinnen, ihm ein paar Rubel zu geben, die Euch doch gar nichts kosten, als ein bischen Ueberwindung Eures Neides. Nein, lieber Mann, so gern ich's auch getan hätte, ich kann für Euch nicht beten mit der Hoffnung, daß mein Gebet erfüllt werde".
Bei diesen Worten trat der Rabbi hinter sMnen Bettvorhang, legte seine Gefangenenkleidung ab und zog seine eigenen Kleider an. Dabet aber ermahnte er fortwährend den armen Menschen, doch die wenigen Minuten ihres Zusammenseins nicht zu versäumen, um sich gegen einen so geringen Einsatz sein und seines Weibes Lebensglück zu sichern. Als er dann in seinem langen seidenen Kaftan vor ihn hintrat und ihm die Hand zum Abschiede reichte, fühlte er, wie die Hand des Gefängniswärters zitterte. Plötz- zog er sie zurück und rief:
„Gebt mir das Geld, ich will es dem Bootsmann bringen und dann gebt Ihr mir wirklich Eueren Segen?"
Ohne die Antwort abzuwarten, nahm er die Zehnrubelnote, stürzte damit hinaus und kam nach wenigen Minuten freudestrahlend zurück mit den Worten:
„Ich habe Eueren Wunsch erfüllt, ganz so wie Jhr's verlangt habt, Ihr könnt den Boots-