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gestellt. Seine Anhänger empfanden erst jetzt das kränkende Unrecht in seiner ganzen Tiefe, das ihrem Führer fast das Leben gekostet hätte und gaben ihrem Unwillen unverhohlen Ausdruck. Die Enttäuschung über den Mißerfolg ihrer Umtriebe ließ andernteils die Gegner auf neue Mittel sinnen, um den Chassidismus durch Betseiteschaffung seines Führers zu bekämpfen.
Dieser selbst aber ließ in seinem edlen Herzen keine Verbitterung über die Unbilden auf- kommen, die ihn so schwer betroffen hatten. Er richtete bald nach seiner Freilassung ein Sendschreiben an alle Gesinnungsgenossen, in dem jedes Wort von dem Geiste selbstverleugnender Duldung und rückhaltloser Menschenliebe durchdrungen war, und das uns glücklicherweise erhalten ist. Es möge als beredtes Zeugnis für den Adel der Gesinnung des Raw hier im Auszuge folgen: „Das schwere Unrecht, das jeder Streit und grundloser Menschenhaß bedeutet, darf ich als bekannt voraussetzen. Es kann daher jeder einzelne unserer Anhänger, der Gott fürchtet und vor seinem Worte zittert, nicht inständig genug verwarnt und ermahnt werden, jeden Anlaß dazu mit Aufgebot aller Achtsamkeit sorgfältig zu vermeiden. Es widerstrebt mir, meine innerste Herzensmeinung darüber erst schriftlich zu fixieren, wie sie unablässig darauf gerichtet ist, den Kreis unserer Freunde und Genossen zur Liebe zu be-