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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
Seite
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der nicht zu unserer Genossenschaft zählt, auch nur anhört, erfolge sie selbst auch nur scherzweise. Ein solcher ist mir sofort brieflich mitzuteilen, um dann zur allge­meinen Kenntnis zu bringen, wie mit ihm zu verfahren sei. Ein solcher soll meinem Kreis fern bleiben und mir nicht nahe kommen.

Wer dieser Mahnung Gehör schenkt, dem möge es wohl ergehen und Gottes gütiger Segen ruhe auf ihm."

Wenn diese Worte auch sicher bei denje­nigen, an welche sie gerichtet waren, nicht ihren Eindruck verfehlten daß dieser Adel der Gesinnung, -der den Führer auszeichnete, auch alle diejenigen erfüllt habe, die seiner Führung sonst folgten, darf man billig bezwei­feln. Es muß auch anerkannt werden, daß es nicht an Herausforderungen seitens der Gegner fehlte, welche die Versöhnlichkeit der Chassidtm auf eine harte Probe stellten. Seitdem der gegen den Raw geführte Schlag so vollständig mißlungen war und sogar das Gegenteil, die offizielle kaiserliche Anerkennung der Chassidtm zur Folge hatte, kannte die Erbitterung der Gegner keine Grenzen mehr. Dem Führer konn­ten sie nunmehr allerdings nichts anhaben, aber um so empfindlicher ließen sie seine Anhänger ihren ganzen Mißmut fühlen. Es wird dies in einem Brief bestätigt, den der Raw kurz nach seiner Freisprechung an seinen älteren Kol­legen, den damaligen Frankfurter Rabbiner