190
Rabbi Pinchas Horovitz richtete, der uns ebenfalls in seinem Wortlaut erhalten ist. Dieser Brief ist ein Empfehlungsschreiben für den früheren Syndikus der Wilnaer Gemeinde Rabbi Moscheh Meifels, den letzterer dem Frankfurter Rabbiner persönlich überbrachte. Der Raw schildert darin seine Gefangennahme, sowie seine wunderbare Befreiung und bezeichnet den Ueber- bringer als Opfer der Erbitterung gegen die Chassidim, die seit seiner Freisprechung keine Rücksicht mehr kenne.*)
Diese Erbitterung benutzte in schlauer Weise ein besonders verschlagener Gegner der Chassidim, um durch neue Denunziationen das Ohr Kaiser Pauls zu gewinnen. Dieser gefährliche Gegner war der schon oben genannte Rabbi Avigdor, früher Rabbiner von Pinsk und Umgebung. Er war es, der schon Jahrzehnte vorher, durch das Vertrauen, das er beim Gaon R. Elia Wilna genoß, diesen durch erlogene Berichte in den Kampf gegen die Chassidim gedrängt hatte. Avigdor hatte es durch seine Umtriebe zuwege gebracht, daß der frühere Rabbiner von Pinsk, Rabbi Jzchak Halevi, Verfasser des berühmten Werkes „Keduschas Halevi", einer der gefeiertsten Schüler des Maggid von Meseritz, von Pinsk vertrieben und daß dieses Rabbinat dann ihm selber übertragen wurde.
*) Ausführlicheres über Rabbi Moscheh Meifels enthielt die Erzählung: „Zwischen Wilna und
Michelstadt" in der Frankfurter Lokal-Beilage des „JSraeltt", Jahrg. 1912, Nr. 1 ff.