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Nach wenigen Jahren nahm jedoch die Zahl der Chassidim im allgemeinen und speziell in dem Rabbinatsbezirk Avigdors derart zu, daß er sich dort nicht behaupten konnte. Irrige Entscheidungen in seiner Amtsführung und besonders seine stark zum Trinken neigenden Lebensgewohnheiten hatten ihn ohnedies als Rabbiner unmöglich gemacht. Er verlor seine Stelle und machte die Chassidim für diesen Verlust verantwortlich. Es lag nahe, daß er mit den Be- kämpfern des Chassidismus, die ihren Hauptsitz in Wilna hatten, sich in Verbindung setzte. In Wilna hatte die Gegnerschaft gegen die Chassi- dtm seit dem Tode des Gaon, wie bereits früher bemerkt, den Charakter eines Kampfes um die die Gemetndelettung angenommen. Die Chassidim hatten die Behörden darauf aufmerksam gemacht, in welch unverantwortlicher Weise man die Gemeindegelder, statt sie ihrer Bestimmung zu- zuführen, zur Bekämpfung des Chassidismus verwende. Die Gemeindeverwaltung wurde regierungsseitig ihres Amtes entsetzt und eine größere Zahl Chassidim in die Verwaltung gewählt. Die bisherigen Vertreter wurden außerdem verurteilt, ein Defizit von 13 000 Rubeln, das eine Folge der bisherigen Mißwirtschaft war, zu ersetzen. Es geht aus alledem hervor, zu welcher Bedeutung die Chassidim bereits damals gelangt sein müssen, wenn sie in Wilna, der Hochburg ihrer Gegner, solche Erfolge zu verzeichnen hatten. Die letzteren ließen daher kein Mittel unversucht, die verlorene Position