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durch Verdächtigung der Chassidtm wieder zu erlangen. Aber nach dem vom Kaiser bestätigten Freispruch des Raw und der kaiserlichen Anerkennung der Chassidtm war es nicht leicht, eine geeignete Form zu einem neuen Vorgehen zu finden.
Avigdor wurde der Helfer in der Not, indem er seine persönlichen Anliegen mit denjenigen der Wilnaer verband. Er war in den höchsten Petersburger Kreisen wohlbekannt, hatte sogar schon einmal eine Audienz beim Kaiser gehabt und war auch sonst ein geriebener Kenner aller Schleichwege, die einzuschlagen waren, um mit Aussicht auf Erfolg zu einem zweiten Vernichtungsschlage gegen die verhaßten Chassidtm auszuholen.
Er richtete eine Eingabe direkt an den Kaiser, in der er auf die Gemeingefährlichkeit einer neuen Sekte hinwies, die er aber wohlweislich nicht mit Namen nannte. Da den Chassidtm, durch den vom Kaiser bestätigten Freispruch des Raw, volle Religionsfreiheit zuerkannt worden war, konnte er sie nicht wohl aufs neue verdächtigen. Er sprach daher nur von einer neuen Sekte von Sabbatianern, die sich vom Judentum losgesagt hätte, Diebstahl, Meineid und alle möglichen und unmöglichen Verbrechen für erlaubt erklärte und dadurch eine Gefahr für alle Religionsbekenner des russischen Reichs bilde. Diese ungeheuerlichen Anklagen wurden durch Zitate aus verschiedenen Schriften berühmter chassidischer Autoren in sehr wirkungsvoller Weise begründet. Daß diese Zitate durch Hinzufügungen und Aus-