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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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womit er alle Schwierigkeiten zu lösen verstand, verblüfften die Gegner derart, daß sie nicht um­hin konnten, seine Meisterschaft anzuerkennen. Sie behandelten ihn dann nicht nur als eben­bürtig, sondern erkannten auch, wie es wahrhaft großen Männern ziemt, freudig die Ueberlegen- hett des Gegners an. Diesen Umschwung der Gesinnung benützte dann der Raw, um alle Be­denken und Einwände zu widerlegen, welche gegen die chassidische Lebensführung von den Gegnern geltend gemacht wurden. Er wies darauf hin, wie diese Gegnerschaft jeder Begründung entbehrte, wie sie auch niemals diese Schärfe angenommen hätte, wenn es nicht der verewigte Gaon Rabbi Elia von Wilna ge­wesen wäre, der diesen Kampf mit seinem nim­mer ermüdenden Eifer bis zu seinem Htnscheiden geführt hätte. Aber dieser engelreine, göttliche Fürst der Thora sei selber durch falsche Berichte getäuscht worden, seine eigenen Schüler und treuesten Anhänger hätten dies im Laufe der Zeit eingesehen. Während diesen sonst in allen Punkten ihrer Lebensführung die Lehre und das Beispiel ihres Lehrers maßgebend sei, hätten sie die Bekämpfung der Chassidim als einen Irrtum erkannt, den sie nicht teilen. Sie verkehren mit den Chassidim, sie verschwägern sich mit ihnen, sie machen von ihren rituellen Einrichtungen ohne alle Bedenken Gebrauch, obwohl dies alles der Gaon seinerzeit untersagt hatte.

In der Tat war die Gegnerschaft des Gaon und seiner Gesinnungsgenossen nicht so sehr