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Als Meisels dieser flammenden Begeisterung gegenüber noch immer seine bisherige Zurückhaltung bewahrte, fuhr der Rabbi fort:
„Rabbi Moscheh, ich kann Euch nur das Eine sagen: Wenn ich Eure Sprachkenntnifse und Eure Erfahrungen im Verkehr mit den Großen der Erde hätte, ich würde zu Euch sprechen, geht Ihr ruhig nach Erez Israel, ich aber will nach Paris gehen und will mein Leben dafür hingeben, diesem Thronräuber, diesem Länder- verwüster, diesem Massenmörder entgegenzutreten und ihn unschädlich zu machen. Ohne Bedenken würde ich mein Rabbinat aufgeben, würde meine Tätigkeit zur Verbreitung von Thora und Gottesfurcht zurückstellen und keinen höheren Lebensberuf kennen, als die Menschheit von diesem Alp zu befreien, würde Gott aus tiefster Seele danken, daß er mich gewürdigt hat, sein Werkzeug zum Wohl der Gesamtmenschhnt zu werden/ und Ihr besitzt das alles, Ihr seid der rechte Mann, den Gott durch offenbare Wunder an den rechten Ort gestellt hat und Ihr wollt Euren Posten verlaßen, um in Erez Israel zu leben? Ich habe vielleicht dieselbe Sehnsucht wie Ihr nach dem Lande unserer Väter, aber wenn ich jetzt dort wäre und könnte für Gottes Sache in Paris wirken wie Ihr, mich duldete es nicht dort, ich würde mit König David sprechen: „Wer gäbe mir Flügel wie die Taube, ich flöge davon und möchte dort wohnen" - und Ihr wohnt dort und macht Euch Bedenken, die keine sind. Rabbi Moscheh, ich verstehe Euch nicht! Wüßte