288
den gastlichen Räumen des Raw wogte eine bunte Schar von Masken in lauter Fröhlichkeit. Es waren meist Schüler des Raw, aber auch vereinzelte Mitglieder der Gemeinde, die sich hier zusammenfanden. Napoleon war in sechs Exemplaren vertreten und Kaiser Alexander in noch größerer Zahl, ferner vereinzelte Fürsten anderer europäischer Staaten, hohe Militärs und Diplomaten, alle gaben sich heute beim Raw ein LsnäsLi-vous und behandelten die politische Weltlage aus der Vogelperspektive des Purimhumors.
„Napoleon Hoch!" rief eine angeheiterte Maske so laut, daß es das ganze Gesumme des Maskenschwarms übertönte. — Sofort packten sie zwei handfeste Pristaws (Polizisten) und führten sie vor den Platz des Rabbi.
„Dieser Mensch hat die Chuzpo (Frechheit), Napoleon hoch leben zu lassen; was soll seine Strafe sein? Eine Flasche Meth ist für einen solchen Hochverrat viel zu wenig."
„Man darf auch den schwersten Verbrecher nicht verurteilen, ohne ihn gehört zu haben", entgegnete lächelnd der Raw. „Der Angeklagte hat das Wort."
„Ich habe allerdings Napoleon hoch leben lassen, aber man hat mich nicht zu Ende reden lassen. Ich meinte fünfzig Ellen hoch, wie Homon am Galgen."
„Dann bekommen die zwei Ankläger die Strafe, die sie dem falsch Verdächtigten zugedacht hatten, jeder eine Flasche Meth."