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men haben. Man machte ihn auf sein vorgerücktes Alter aufmerksam — der Raw war damals sechsundsechzig Jahre alt — und auf die Beschwerlichkeiten einer Flucht nach gänzlich unbekannten Gegenden. Alle diese Versuche scheiterten jedoch an der unbeugsamen Weigerung des Raw, mit dem Feind auch nur in Berührung zu kommen.
Die Verehrung, die der Raw für den verstorbenen Gaon Rabbi Elia aus Wilna allezeit hegte, hatte er auch auf dessen größten Schüler Rabbi Chajim Wolosin übertragen. Dies war allgemein bekaunt und ein Freund des Raw wollte diesen Umstand ausnützen, um den Raw in Ladi zurückzuhalten.
„Rabbi Chajim," sagt er, „sieht auch ein, daß Gott auf Seiten der Franzosen steht und er hat sich mit ihnen abgefunden. Er hat Wolosin nicht nur nicht verlassen beim Herannahen der Franzosen, er unterhält sogar gute Beziehungen mit ihnen, er hat den französischen Marschall Viktor-
„Sprecht nicht weiter," unterbrach ihn der Raw, „damit Ihr zu Eurem Unrecht nicht die Sünde der Bösrede auf einen Großen in Israel noch htnzufügt.- Wenn Rabbi Chajim alle Einzelheiten des Krieges so genau kennen würde, wie ich sie durch Gottes Gnade kenne, so würde er so gehandelt haben, wie ich handle. Aber daß er gute Beziehungen zu unfern Feinden unterhält, das ist eine Verleumdung, der ich mich