selber schuldig machen würde, wenn ich sie unwidersprochen hinnähme."
„Aber sein Verkehr mit dem Marschall Viktor-"
„Schweigt!" fuhr der Raw den Sprecher an, „schweigt, sage ich Euch zum letztenmal, Ihr werdet zum Verleumder, wenn Ihr weiter sprecht. Was wollt Ihr von Rabbi Chajim? Was ihm passiert ist, würde auch mir begegnen, wenn ich hier bleiben wollte, bis die Franzosen Ladi besetzen. Aber ob ich die Weisheit von Rabbi Chajim hätte, die er bei der Unterredung mit dem französischen Marschall an den Tag gelegt hat, das glaube ich nicht. Ich will es Euch kurz erzählen, wie sich die Sache wirklich zugetragen hat:
„Als dieFranzosen in die Gegend von Wolo- sin kamen, waren die Wege so ungangbar, daß die Soldaten bis an die Kniee im Morast wateten und nun schwer vorwärts kommen konnten. Ihr Führer folgte ihnen in einer mit zwölf Pferden bespannten Karosse. Aber der Wagen blieb stecken und es gelang nicht, ihn flott zu machen. Der Marschall stieg aus und erfuhr, daß hier der berühmte Leiter einer jüdischen Hochschule wohnt, der von großem Einfluß auf die jüdische Bevölkerung ist. Deshalb suchte ihn der Marschall auf, beklagte sich über die unwegsamen Straßen und fragte dann Plötzlich Rabbi Chasim, wie er über den Ausgang des Krieges denke. Was sollte er auf diese Frage antworten? Rabbi Chajim ist so tief wie ich