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den„Civiliſten“(v. Bodelſchwingh) bis zur Beendigung des Kampfes in Arreſt gehalten. In einem Schreiben an verſchiedene Blätter tritt der Sohn des verſtorbenen Staatsmannes, Oberförſter a. D. v. Bodelſchwingh, entſchieden dieſer Darſtellung entgegen und ſtellt eine ſolche Auffaſſung als geradezu unmöglich hin.
Die Geheimgeſchichte der Berliner Märztage wird wohl nie völlig gelöſt werden. Doch ſeien hier zunächſt einige unzweifelhaft feſtſtehende Daten gegeben.
Am frühen Morgen des 18. März 1848 wurden von dem Miniſterrath zwei Erlaſſe gegengezeichnet und alsdann veröffentlicht, welche den Vereinigten Landtag auf den 2. April einberiefen und mannigfache Reformen, namentlich eine gewiſſe Preßfreiheit und Aufhebung der Cenſur, X bewilligten. Gleichzeitig aber bat v. Bodelſchwingh um ſeine Entlaſſung, während die übrigen Mitglieder das Kabinets ſich zur Verfügung des Königs ſtellten.
v. Bodelſchwingh war vom Morgen des 18. ab alſo nicht mehr offiziell Miniſter. Man unterhandelte zunächſt mit dem Finanzminiſter a. D. Grafen v. Alvensleben, dann mit dem Staatsminiſter a. D. Grafen Arnim⸗Boytzenburg; dieſer letztere erſchien gegen halb zehn Uhr vormittags im Schloſſe und erbat ſich eine 24 ſtündige Bedenkzeit. Thatſächlich hat am Nachmittage des 18. und in der Nacht vom 18. zum 19. März überhaupt kein Miniſterium beſtanden. v. Bodelſchwingh war jedoch noch immer politiſch thätig. Er konferirte morgens mit dem Bürgermeiſter Krausnick und veranlaßte es, daß kurz nach 12 Uhr mittags eine Abordnung der Stadtvertretung im Schloſſe erſchien. Er richtete inbezug auf die geplante Demonſtration