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Auf dem Schloßplatz hatte nun die Verſammlung der revolutionären ſogenannten Schutzmänner ſchon begonnen, hinter ihnen eine müßige Menge Pöbel. Als den erſteren das Patent verkündigt wurde(durch den Magiſtrat) ließen ſie den König hoch leben und er mußte, dem dringenden Rufe folgend, einige Mal auf dem Balkon erſcheinen. Nach einiger Zeit miſchte ſich in das Vivat der Ruf:„Das Militär weg!(Es ſtanden im inneren Schloßhofe 2 Bataillone und 1 Schwadron Dragoner am Luſtgarten, die übrigen Truppen waren in den Kaſernen. Die Portale des Schloſſes, die keine Gitter haben, waren durch Soldaten beſetzt.) Als ſich dieſer Ruf mehrte, gingen viele von uns: der Kriegsminiſter, General Pfuel, General Neumann, Graf Arnim, ich und andere hinunter, um die Leute zu beſchwichtigen. Wir wurden von den vornſtehenden ſog. Schutzmännern mit dem Geſchrei empfangen:„es gebe nur ein Mittel, das Volk zu beruhigen: das Militär zurückzuziehen und das Schloß den Bürgern anzuvertrauen. Der König werde nie ſicherer geweſen ſein.“ Man faßte mich, da ich tief im Gedränge war(nicht der Pöbel, ſondern die Schutzmänner) und erklärte, daß ich nicht eher losgelaſſen werden würde, als bis ich den Befehl des Rückzugs der Soldaten gegeben hätte. Auf meine ſehr entſchiedene Erklärung, daß ſie mich zwar zerreißen, aber nicht einmal das Verſprechen erpreſſen könnten, dem Könige zu rathen, unter ſolchen Umſtänden ſeine eigenen Soldaten aus ſeinem eignen Schloß zurückzuziehen, ließ man mich los; ich arbeitete mich wieder zu meinen Kollegen durch und wir ſetzten, vielleicht 1½ Stunden lang, unſere Bemühungen der friedlichen Abwehr fort, wobei wir zwar auch von einzelnen Bürgern unterſtützt