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Tage mit der Aufräumung der Straßen mit allem Nachdruck wieder begonnen werden ſolle, die auf den Straßen lagernden Truppen wurden theilweiſe von den Bürgern ſehr gut verpflegt. Da erſchien gegen Mitternacht ein vielgenannter Mann, den ich hier aber nicht nennen will, der eben aus der Provinz angelangt war, im Schloß, verlangte den König zu ſprechen, ſtellte ſich ihm vor und erklärte, daß nach ſeinen Beobachtungen die Truppen aufs äußerſte ermüdet, der Ueberwältigung nahe ſeien, daß dann die höchſte Gefahr für die Perſon des Königs und für die Monarchie eintrete, daß es die höchſte Zeit ſei, ſich zu menagieren. Durch dieſe Anrede(es war beinahe niemand mehr im Schloß) ſcheint der König, den das Herübertönen des Straßengefechts— viel fürchterlicher lautend, als es wirklich war— ſchon im hohen Grade erſchüttert hatte, eingeſchüchtert zu ſein.— Er ſchrieb anſcheinend unmittelbar nachher— eigenhändig die Ihnen vielleicht noch erinnerliche Proklamation„an ſeine lieben Berliner“, befahl, daß ſie ſofort gedruckt und mit Tagesanbruch möglichſt verbreitet, wonach jede aggreſſive Feindſeligkeit von ſeiten der Truppen ſo lange eingeſtellt werden ſolle, bis ſich der Erfolg überſehen laſſe.— Nun erſchienen am Morgen Deputationen aller, auch der verdächtigſten Art, im Schloß, welche verlangten, die Truppen müßten ſich zuerſt zurückziehen, dann würden die Bürger folgen. Obgleich bei den hohen Offizieren theils Erbitterung über den Anfang der Conceſſionen, teils eine gewiſſe Schlaffheit nicht zu verkennen war, ſo wurden doch dieſe Forderungen theils durch den König, theils anderweitig entſchieden zurückgewieſen.— Endlich erſchien eine aus den angeſehenſten Mitgliedern des Magiſtrats