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mation„An meine lieben Berliner“, welche der König in Folge der Vorſtellungen Vinckes ſofort ſelbſt ſchrieb, verſprach nur bedingungsweiſe die Zurückziehung der Truppen aus den Straßen, behielt aber die Beſetzung des Schloſſes und ſeiner Umgebung ausdrücklich vor. Ob der Monarch ſelbſt, auch wieder in übermäßigem Vertrauen und plötzlicher Aufwallung, den Befehl zur Räumung des Schloſſes gegeben— ob der Befehl durch irgend ein Mißverſtändniß in dieſer Form an die betreffenden Truppentheile gelangte oder ſo von ihnen aufgefaßt wurde, iſt nicht zu entſcheiden. Jedenfalls wiſſen wir nun, daß der Miniſter v. Bodelſchwingh weder dieſen Befehl veranlaßt, noch auch den Erlaß des Aufrufs„An meine lieben Berliner“ durchgeſetzt hat, wie der Reichskanzler damals geäußert haben ſoll.
Irrig iſt die Vermuthung des Prof. Jäger, der Brief Bodelſchwinghs ſei an den Geh. Rath Eilers gerichtet geweſen, unter deſſen Papieren die Abſchrift ſich vorfand. Er war vielmehr an einen alten Waffengefährten des Miniſters aus dem Lützowſchen Corps, Geh. Rath v. Falkenſtein (Fallenſtein?) in Heidelberg geſchrieben.“
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In dem auch in dieſen Blättern zum Abdruck gelangten Artikel des Geſchichtsſchreibers Rudolf Stratz war geſagt worden, es hätten ſich Rathgeber aller Art an den König herangedrängt gehabt und war in dieſem Zuſammenhang auch der Name des bekannten Frhrn. Georg v. Vincke genannt worden. Von wohlunterrichteter Seite wurde aber erklärt, daß bei Herrn v. Vincke von Herandrängen durchaus nicht die Rede ſein könnte. Herr v. Vincke hätte den