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„Durch den Königl. Herrn Wahl⸗Commiſſarius bin ich benachrichtigt, daß die Wahlmänner des Soeſter Wahlbezirks mich zum Deputirten für die 2. Kammer unſerer Stände gewählt haben.
Mit keinem Wort, mit keinem Buchſtaben habe ich mich um dieſen Auftrag beworben; er erſcheint mir daher als der Ausdruck des freieſten Vertrauens meiner lieben Landsleute. Indem ich den Auftrag mit herzlichem Danke annehme, verſpreche ich, alle meine Kräfte aufzubieten, um dieſes Vertrauen zu rechtfertigen.
Derſelbe Wahlſpruch, mit welchem ich vor 36 Jahren als Jüngling auf den Feldern von Lützen, Bautzen, an der Katzbach und bei Leipzig für des Vaterlandes Freiheit und Ehre focht, und mit welchem ich, als alter Wehrmann, freudig noch einmal den Degen ziehen würde, wenn der König zu des Vaterlandes Vertheidigung ſein tapferes, ſieggewohntes Heer unter die Waffen rufen ſollte, derſelbe Wahlſpruch wird mich auch in den, vielleicht heißen, geiſtigen Kampf begleiten, dem ich jetzt entgegen gehe; er heißt: „Mit Gott, für König und Vaterland!“
„Mit Gott.“ Ueber dem Eingange meines Hofes ſteht ſeit mehr als 200 Jahren der Spruch:
Wer Gott vertrauwet,
Hat wohl gebauwet,
Wenn Gott nicht bewachet das Hus, Wachen alle Wächter umme⸗ſus. i
So dachten meine Voreltern, ſo denke ich auch. Und was von der Wohnung des Einzelnen gilt, das gilt auch von dem großen Bau des Vaterlandes, unter dem 16 Millionen Preußen, geſchützt vor äußeren und inneren