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Mehr Licht! : Beiträge zur Geschichte des Berliner Straßenkampfes am 18. März 1848 / von Friedrich Wilhelm von Varchmin
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trieb ſich bei ſeinen Freunden herum. Man erwartete nichts anderes als die ſofortige Schließung des Jakobiner­klubs und die Verhaftung ſeiner Führer.

Wenn nun auch Lafayette und Genoſſen, anſtatt die errungenen Vortheile nachdrücklich zu verfolgen, alsbald die Hände in den Schoß legten und nachträglich noch einen gelinden Schrecken ob ihrer eigenen Sicherheit bekamen, ſo bleibt doch der ganze Vorfall immerhin merkwürdig! Er zeigt, wie gering der Muth der Volkshaufen und ihrer Führer war, und daß es nur einer wenigſtens nennenswerthen Thatkraft des Königs Ludwig XVI., feiner royaliſtiſchen Berather und ſeiner liberalen Beſchützer bedurft hätte, um der Schreckensherrſchaft in Paris ein jähes Ende zu be­reiten. Leider vermochte ſich Niemand zu einer höheren Energie aufzuraffen, ſo daß die einmal begonnene Revolu­tion auch fortſchreiten mußte bis zu ihrer eigenen gänzlichen Erſchöpfung. Aehnlich verhielt es ſich in den Berliner Märztagen 1848! Hätte man gleich am 6. März, dem Tage, an welchem die erſten aufrühreriſchen Bewegungen in die Erſcheinung traten, die nöthige Thatkraft entfaltet und mit Waffengewalt jene nach Tauſenden zählende Bande zerſtreut, die ſich eben erſt anſchickte, die gefährlichen Lehren einer Rotte Volksverderber in ſich aufzunehmen, ſo würden uns auch alle jene Greuel erſpart geblieben ſein, die ſich während der Jahre 1848 und 1849 vollzogen haben! Das geſchah aber nicht; und da man weit weniger in dem Bewußtſein der eigenen Kraft, als in dem Glauben an die Ohnmacht des Gegners handelte, ſo mußte ſich auch das Schickſal des Staats erfüllen.

Mir ſchien es in jener unheilſchwangeren Zeit, als ſei