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Mehr Licht! : Beiträge zur Geschichte des Berliner Straßenkampfes am 18. März 1848 / von Friedrich Wilhelm von Varchmin
Entstehung
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die großen offenen Schloßportale mit Eiſengittern zu ver­ſehen, um wenigſtens die nächſte Gefahr für den Monarchen und ſeine Rathgeber zu beſeitigen. Aehnliche Vorſicht wäre auch bei den zahlreichenmilitäriſchen Wachlokalen ge­boten geweſen, um dieſelben zu einem feſten Halt zu machen beim Eintritt größerer Gefahr. Aber an ſolche Vorſichts­maßregeln wurde gar nicht gedacht, trotzdem der Pöbel ſich oft bis durch die Schloßportale hindurchdrängte und der­geſtalt das im Schloßhof aufgeſtellte Militär an dem vollen Gebrauch ſeiner Waffen verhindert haben würde.

So war denn der von den Leitern der aufrühreriſchen Bewegung entworfene Plan wenig mühevoll ſo weit zur Ausführung gebracht worden, daß mit dem Hauptſchlag be­gonnen werden konnte. Das Militär hatte faſt vierzehn Tage hindurch die ärgſten Strapazen zu erdulden gehabt, dabei Spott und Inſulten ſeitens des Pöbels in Geduld hinnehmen müſſen; während der reichlich mit Speiſe und Trank bedacht geweſene Jan⸗Hagel durch die täglich ſich wiederholenden Krawalle, die am 15. und 16. März be­reits einen ſehr ernſten Charakter angenommen, ja ſogar zum Bau von Barrikaden geführt hatten, die nöthige Routine zu dem vorbereiteten Hauptſchlage gewonnen hatte. Während aber, wie vorſtehend erwähnt, der 16. März zum blutigen Zuſammenſtoß zwiſchen Militär und Aufſtändiſchen geführt hatte, verlief der nächſte Tag, der 17. März, ein Freitag, ſo vollkommen ruhig und ohne jede Störung der Ordnung, daß alles, was die vorangegangenen Tage an Ausſchweif­ungen und Gewaltthaten in die Erſcheinung getrieben hatten, dem Auge des Beobachtenden faſt wie ein Traum erſchien. Aber eine Bewegung ſo ernſter Art, die bereits drei Wochen