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In dieſer Weiſe iſt der Berliner Straßenkampf am 18. März 1848 entſtanden! Wie aber jene Geheimboten ihres fluchwürdigen Amtes walteten, möge die nachfolgende Schilderung meiner eigenen Erlebniſſe an jenem Tage darthun.
Es war etwa 2 Uhr Nachmittags, als der offene Wagen, der mich und zwei Kameraden— Fähnrich v. Olszewski, mein Regiments⸗Kamerad, jetzt Generallieutenant z. D. und Fähnrich v. Seydlitz von der Artillerie— bereits in der Frühe des 18. März nach Charlottenburg hinausgefahren hatte, um dort Freunde von dem zur Verſtärkung der Berliner Garniſon an demſelben Tage aus Stettin eingetroffenen 2. Infanterie⸗Regiment zu beſuchen, durch das Brandenburger Thor wieder in Berlin einfuhr und wenige Minuten ſpäter vor der damaligen, Ecke der Linden und Neuſtädtſche Kirchſtraße gelegenen Konditorei Giovanolli hielt, wo wir ihm entſtiegen. Wir hatten auf der Fahrt vom Brandenburger Thor bis zu dieſer Stelle nicht das geringſte Auffällige wahrgenommen, uns nur gewundert über die ſowohl„Unter den Linden“ wie in den ſie kreuzenden Straßen erſichtliche Menſchenleere. Wir ahnten nicht, konnten nicht ahnen, daß die Hälfte der geſammten Arbeiterbevölkerung der Hauptſtadt vor dem Königlichen Schloß verſammelt war, indeß die andere Hälfte in Schnapsläden, Kellern und Spelunken niedrigſter Art des Befehls zum Bau der Barrikaden harrte.
Und wie auf den Straßen, ſo bemerkten wir auch in der Konditorei nichts Verdächtiges, nichts Auffälliges unter den anweſenden Gäſten. Man ſchaute nur etwas vers wundert nach dem Fähnrich v. Seybdlitz hin, der ſich, wie