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Mehr Licht! : Beiträge zur Geschichte des Berliner Straßenkampfes am 18. März 1848 / von Friedrich Wilhelm von Varchmin
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Niemand ſchien an der Richtigkeit der eben vernommenen Botſchaft zu zweifeln; ein Jedes ſuchte ſich das vermeint­liche Faktum nach ſeiner Art zu erklären. Meine Kameraden und ich glaubten zwar nicht einen Augenblick an jene mindeſtens 500 Todte; aber doch bezweifelten auch wir nicht die Möglichkeit eines vor dem Königlichen Schloſſe ſtattgehabten Kampfes. Erſt fünfzehn Stunden ſpäter, in der Frühe des 19. März, ſollte ſich das Gebahren des Revolutionsausſchuſſes und ſeiner Kreaturen in ſeiner vollen Niedertracht offenbaren! Denſelben Kerl, der in der Kon­ditorei Giovanolli jenen lügenhaften Bericht zu dem Zweck verkündet hatte, auch beſſere Stände mit Zorn gegen die soi-disautverthierte Soldateska zu erfüllen, ſahen wir noch aus einem öffentlichen Lokal in das andere eilen, als wir ſchnellen Schrittes dieLinden entlang zogen, um zunächſt das Gebäude derVereinigten Artillerie- und Ingenieur⸗Schule zu erreichen.

Dieſer Vorgang, den meine beiden Kameraden nur pure würden beſtätigen können, beweiſt beſſer als alles Uebrige, wie der Aufſtand in Berlin entſtanden iſt, und welcher ehrloſen Mittel man ſich dabei bediente!

Obſchon vorſtehende Mittheilungen zur Genüge auch ſchon den zweiten Theil der Eingangs dieſes Artikels ge­ſtellten Fragen beantworten, fo will ich doch, ſchon um etwaigen Einwänden von anderer Seite her zu begegnen, noch im Beſondern Beweiſe dafür beibringen, daß jene aus Paris, der Provinz Poſen u. ſ. w. nach Berlin gekom­menen Agitatoren, im Verein mit einigen Geſinnungsge­noſſen deutſcher Nationalität, das theilweiſe Gelingen ihrer Pläne nur dem Handwerker- und Arbeiterſtand, in der