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Mehr Licht! : Beiträge zur Geschichte des Berliner Straßenkampfes am 18. März 1848 / von Friedrich Wilhelm von Varchmin
Entstehung
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des Schloſſes zu betten, wohin ein Frauenherz voll Schn­ſucht nach Verſöhnung fie ruft, wo liebevolle Pflege ihrer wartet. Doch voran, noch erhitzt von dem Kampfe, nicht gewöhnt an Selbſtbeherrſchung, an Zähmung der einmal zur Wildheit entfeſſelten Leidenſchaften, trunken, zu jeder Gewaltthat, zu jeder Rohheit ohnehin ſtets allzu bereit voran ſtürmt unter wildem Gejauchze, in chaotiſchem Getümmel der Pöbel, die Hefe jeder Hauptſtadt, jene Hefe der Menſchheit, die ja leider noch im Schooße aller dicht bevölkerten Orte unter äußerem Glanze und Firniſſe peſtaushauchend den unheimlich dunklen Untergrund der Geſellſchaft bildet und bei jedem die Tiefen aufwühlenden Sturme auf die Oberfläche geſpült wird. Mit Blut be­ſpritzt, Mordwerkzeuge jeder Art, neben Feuerwaffen ver­ſchiedener Conſtruktion Aexte, und andere Eiſenwerkzeuge, rieſige Stangen mit Bajonnet und Senſe, mit Zinken und Haken, Rappiren und Säbel, kurz, das mannigfaltigſte Gewaffe aus der Vorväter Hausrath in ſchwieligen Händen ſchwingend, bekleidet mit verſchliſſener Joppe, mit zer­riſſener Blouſe, mit erbeuteten Uniformſtücken, gräßlich verſtümmelte Leichen mit ſich ſchleppend, ſo rückt näher und näher dieſer entſetzliche Vortrab. Und ſchon hat der wirre und wüſte Haufen das Schloß erreicht und um­zingelt; ſchon ergießt er ſich vom Lustgarten, vom Schloß­platze aus in die hochgewölbten Portale.

Warum aber ſtockt plötzlich die reißend ſchnelle Be­wegung der Menge, warum ſtaut ſich der entfeſſelte Strom? Verſtummt auf eine Sekunde iſt das ohrzerreißende grauſige Getöſe; Niemand will glauben, was er ſieht, wie auf ein Trugbild ſtarren die zweifelnden Blicke! Doch nur einen