der Fall sein, da wir, wie es scheint, nur in einem minimalen Verhältnis uns mit den Nationen vermischen können. Daher muss es unsere Pflicht sein, dafür zu sorgen, dass der Überschuss, der ungelöste Rückstand, entfernt und anderwärts untergebracht werde. Keinem andern kann es obliegen, dafür zu sorgen, als uns selbst. Wenn man die Juden unter alle Nationen der Erde gleichmässig verteilen könnte, so würde es vielleicht keine Judenfrage geben. Aber dies ist nicht möglich. Es muss vielmehr zugegeben werden, dass man für eine Masseneinwanderung der: Juden sich selbst in den vorgeschrittensten Staaten sehr bedanken wird.
Mit schwerem Herzen sprechen wir dies aus; aber wir müssen die Wahrheit eingestehen. Und diese zu. kennen, tut uns umsomehr not, als wir nur durch die‘rechte Einsicht im Stande sein werden, die rechten Mittel zur Besserung unserer Lage zu finden.
Auch wäre es sehr traurig, wenn wir die praktischen Ergebnisse unserer Erfahrungen nicht benutzen wollten.
Diese Ergebnisse beruhen vor allem in der sich immer mehr verbreitenden Erkenntnis, dass wir nirgends zu Hause sind und dass wir endlich doch irgend eine Heimat, wenn nicht ein eigenes Vaterland, haben müssen.
Ein weiteres Ergebnis unserer Erfahrungen besteht darin, dass der klägliche Ausgang der Emigration aus Russland und Rumänien einzig und allein dem hochwichtigen Umstande zuzuschreiben ist, dass wir unvorbereitet von ihr überrascht wurden, dass für die Hauptsache nicht vorgesorgt worden--— weder für ein Asyl noch für eine‘ regelrechte Organisation der Auswanderung selbst. Bei diesem Umzuge von Tausenden hat man eine Kleinigkeit vorzubereiten vergessen, die kein Kleinbürger vergisst, wenn. er umzieheh will—- eine newe passende Wohnung.
Wenn wir nun um eine sichere Heimat besorgt sind, um das ewige Wanderleben aufzugeben und unsere Nation in eigenen und fremden Augen aufzurichten, so dürfen wir vor allem nicht davon träumen, das alte Judäa wieder herzustellen. Wir dürfen nicht dort wieder anknüpfen, wo einst unser Staatsleben gewaltsam abgebrochen und zertrümmert worden ist. Unsere Aufgabe, wenn sie einmal gelöst sein soll, sei eine bescheidene. Ohnehin ist sie schwierig genug. Nicht das„heilige“ Land soll jetzt das Ziel unserer Bestrebungen werden, sondern das„eigene“. Wir brauchen nichts als ein grosses Stück Landes für unsere armen Brüder, welches unser Eigentum bleiben soll, aus dem kein fremder Herr uns verdrängen könnte. Dorthin wollen wir das Heiligste mitbringen, was wir aus dem Schiffbruch unseres