Druckschrift 
Autoemanzipation : Mahnruf an seine Stammesgenossen von einem russischen Juden / Leo Pinsker. Mit einem Vorw. v. M. T. Schnirer
Entstehung
Seite
31
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Wir resumiren den Inhalt dieser Schrift in folgenden Sätzen:

Die Juden sind keine lebende Nation; sie sind überall Fremde, daher sind sie verachtet.

Die bürgerliche und politische Gleichstellung der Juden genügt nicht, sie in der Achtung der Völker zu heben.

Das rechte, das einzige Mittel wäre die Schaffung einer jüdischen Nationalität, eines Volkes auf eigenem Grund und Boden, die Autoemanzipation der Juden, ihre Gleichstellung als Nation unter Nationen durch Erwerbung einer eigenen Heimat.

Man rede sich nicht ein, dass die Humanität und die Auf­klärung jemals radikale Heilmittel für das Siechtum unseres Volkes. sein werden.

Der Mangel an nationalem Selbstgefühl und Selbstver­trauen, an-politischer Initiative und an Einheit sind die Feinde unserer nationalen Wiedergeburt.

Damit wir nicht gezwungen sind, von dem einen Exil ins andere zu wandern, müssen wir eine umfangreiche produktive Zufluchtsstätte haben, einen Sammelpunkt, der unser Eigen ist.

Der gegenwärtige Moment ist dem entwickelten Plane gün­stiger als jeder andere.

Die internationale Judenfrage muss eine nationale Lösung erfahren. Freilich kann unsere nationale Wiedergeburt nur sehr langsam vor sich gehen. Wir müssen den ersten Schritt tun. Unsere Nachkommen müssen uns in gemessenem, nicht über­eiltem Tempo folgen.

Die nationale Wiedergeburt der Juden muss durch einen Kongress jüdischer Notablen angebahnt werden.

Kein Opfer wäre zu gross, um das Ziel zu erreichen, welches die allerwärts gefährdete Zukunft unseres Volkes sicherstellen soll.

Die finanzielle Ausführung des Unternehmens kann nach Lage der Sache keinen unüberwindlichen Schwierigkeiten be­gegnen.

Helft Euch selbst und Gott wird Euch helfen!