Wahrheit und Dichtung.
aber schon im Jahre 1756 begann er„über die Einsamkeit“ zu schreiben, im Jahre 1758 gab er die Schrift „vom Nationalstolz“ heraus, 1763—64 das berühmte, auch von Goethe erwähnte Werk„von der Erfahrung in der Arzneikunst“. Mit Gessner, Hirzel u. A. gründete er die„Helvetische Gesellschaft“, der auch Lavater beitrat. Noch in Brugg entwickelte sich ein„schweres Bruchleiden“, das die„Schwermuth erhöhte“. Als berühmter Schriftsteller erhielt Zimmermann verschiedene Berufungen, doch lehnte er diese ab und folgte erst 1768, als ihn auf Tissots Rath hin der König von Hannover als Leibarzt zu sich rief, Zimmermann blieb natürlich der, der er war. Er bekam eine praxis aurea,„aber Unglücksfälle in seiner Familie, kleinliche Eifersucht und Anfeindungen seiner Collegen, und sein eigener, bald ernstlich leidender Zustand sollten ihm bald das Leben in Hannover verbittern“. Der Anblick der Lehmhäuser fiel ihm auf die Nerven, und„die türkische Musik des plattdeutschen Accents“ empörte seine Seele bis zum Ekel. Die Minister und der Adel lassen sich, wenn Zimmermann krank ist, zweimal täglich nach seinem Befinden erkundigen, aber die Höflichkeit wird ihm auch zur Last. „Ach, schreibt er 1769, ich bin doch ein geplagter Mann! geplagt vom Morgen bis in die Nacht durch Kranke, deren Zahl sich täglich vermehrt, und die mir nicht Zeit lassen, in einer einzigen stillen Viertelstunde Athem zu holen. Meine Nerven sind durch meine tägliche unausstehliche Arbeit so geschwächt, dass ich nicht fähig bin, eine Feder in die Hand zu nehmen.“