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Diṿan le-Rabi Avraham ben ʿEzra : u-ve-tokho Igeret Ḥai ben Meḳits / hotsiʾu le-or rishonah ʿal pi ketav yad eḥad ṿe-en sheni ʿim hagahot ṿe-heʿarot ʿAḳiva ben Yosef Aigerדיואן לרבי אברהם בן עזרא : ובתוכו אגרת חי בן מקיץ / הוציאו לאור ראשונה על פי כתב יד אחד ואין שני עם הגהות והערות עקיבא בן יוסף איגר
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A

gorie, Hai ben Mekiz(p. 189 ff.) nicht fern steht, da sie gerade כתר מחכות wie Gabirols zur Verherrlichung Gottes gedichtet ist. Selbst die Beschreibung einer Seefahrt(No. 185) lässt die Synagoge nicht ausser Acht. Denn gegen Ende derselben.hören wir von den Lippen des Dichters:

השואל לצאת אל אדמתך

אבעדך גם אודך בעדצך

Wir erfahren also sogar, dass die ganze, wie es scheint, ver­fehlte Seereise, zu einem gottesdienstlichen Zwecke unternommen war. Wir erkennen, dass er die bezeichnete Art von Dichtungen mit Vorliebe pflegt, und werden mit Recht daraus schliessen, dass er eine religiös angelegte Natur war. Sachs hebt(Religiöse Poesie, p- 350) unter den Gedichten, dieeine so tiefe Anhänglichkeit an den Väterglauben und eine solche Verehrung für die Vollkommenheit und beseligende Kraft der jüdischen Lehre athmen, das mit

ynown wand mb ya mpn DR beginnende hervor.

Diese, neuerdings, nach Luzzattos Copie, aus|Machsor Vitry, woher Sachs sie kannte, in טל אורות p. 56 mitgetheilte sinnige Betrachtung, erhält im Diwän(No. 121) einen besondern Reiz durch die Vollständigkeit uud daher Gleichmässigkeit der Strofen, mit der sie uns aufbewahrt ist. Dazu kommt noch gleich zu Anfang beim zweiten Buchstaben des zweiten Wortes eine kleine Abweichung. Es steht nämlich"8A, Diese) grundlegende, in der Dichtung

selbst weiter ausgeführte Erkenntniss aber ist es, die derselben

den rechten Werth verleiht.Und das Gesetz nur kann uns Frei­heit geben, sagt Goethe.Des Gesetzes strenge Fessel bindet nur den Sklavensinn, der es verschmäht, sagt Schiller. Diese

Sentenz ist es, die hier an die Spitze gestellt wird. Gute Lesarten

bietet die Handschrift, die, wie mir der sachkundige Meister sagt,

aus dem 15. Jahrhundert stammt, überhaupt viele. Nur mit Rück­

sicht hierauf habe ich so manches anderweit zugängliche Stück

vollständig abgedruckt. Freilich, wo der Inhalt besondere Schwie­

rigkeiten bietet, wie bei theosophischen oder astronomischen Be­

trachtungen, ist der Text nicht ganz zuverlässig. In solchen Fällen habe ich eine Erklärung gar nicht versucht. Denn ich habe es

als Herausgeber nur für meine eigentliche Aufgabe gehalten, einen

möglichst vollständigen und correkten Text zu liefern. Darum habe ich mir aber grosse Mühe gegeben, den an vielen Stellen un­

deutlich gewordenen, abgesprungenen oder verwischten Text richtig