Zeitschriftenband 
Theil 2 (1832) Beschreibung der politischen und kirchlichen Verhältnisse der Mark Brandenburg
Entstehung
Seite
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6. Von ven Städten und Städtebewohnern. -

Die Gründung mehrerer, in der Mark Brandenburg befindlicher Städte ist in eine Zeit zu setzen, welche für die städtische Geschichte, nicht allein der erwähnten Mark, son- dem des ganzen Dcutschlandes in völlig unaufgeklärtem Dunkel liegt. Selbst das,Städtewesen der Römer am Rhein und das der Franken unter ihren Merovingischen und Karolingischen Königen ist fast nicht so unbekannt, wie das. Entstehen und Aufblühen der Städte. Deutschlands im lOten und Ilten Jahrhundert, die mit Urgermanischen Städten, mit einem Mattium, Bojodurum, Kampodunum, Bregen; und den hundert Städten des Ptolomaus, welche zwischen Weichsel, Rhein und Donau lagen, wohl sehr ge« ringe Achnlichkeit hatten. Erst mit dem Anfänge des 12teil Jahrhunderts tritt in Deutschland ein Stadtrecht, als eine an mehreren Orten durch vieljährigen Gebrauch ausgebil» dcte Lokalvcrfassüng, bei Uebertragung derselben auf neue Orte hervor. Um diese Zeit werden nun auch mehrere Anlagen neuer Städte sichtbar, und in die Mark Bran« denburg zurückzukehren schon um die Mitte des I2ten Jahrhunderts lernen wir auch im Gebiete derselben die Gründung einer Stadt, Stendals nämlich, durch den Mark- Grafen Albrecht I kennen'), welche nach dem Vorbilde des nahgelegenen Magdeburg eingerichtet wurde.

Zur Zeit der Gründung Stendals bestanden aber schon im Umfange des markgräflichen Gebietes die Städte Bran­denburg, Havelberg, Werben, Arneburg, Tangermünde, Oster­burg und Salzwedel 2 ), die im lOten oder Ilten Jahrhun-

1) Vgl. Thl. i. S. 116. f.

2) Incolas nikinorstas viilae (Ltenäal) in nrhilnis cilünni» rnc-ie Lr«iäen1,nrg, H-melkerg, ^Verlier,o, ^.roedur»,

ninini, Oiterlnir», Lalttviäels " ai> omni ilielonsi exaotione in StlftUNg^urk, d. Et. Stendal IN

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