unter hmen
h zurchaſion h der mden enſive tinat tuhm
XV zelleden ihren
üißen eſterrotitz zern it eines
Verlden egen
79
der beſte Beweis ſei, daß der König ſich das Ziel zu weit geſteckt und daß er in ſpäterer Zeit anderen Grundſätzen gehuldigt habe.
Doch auch dieſer Einwand iſt nicht ſtichhaltig. Denn, meine Herren, verſetzen wir uns im Geiſte in die letzten Novembertage des Jahres 1775 und in das ſtille Zimmer des Königs im Potsdamer Stadtſchloſſe. Der Monarch ſitzt arbeitend an ſeinem Schreibtiſch. Dreiunddreißig Jahre, ein volles Menſchenalter, ſind ſeit jenem 24. Januar 1742 vergangen, reicheren Lorbeer, als je ein Sterblicher, hat der König gepflückt, aber die unausgeſetzte, faſt übermenſchliche Arbeit, die Jahre banger Sorge, Mißgeſchick, Enttäuſchung und Krankheit haben in dem einſt ſo jugendfriſchen Geſicht die ehrwürdigen Falten eingegraben und die ſcharfen Züge ausgeprägt, die uns Allen, ſeit Kindheit an, durch Menzels Meiſterhand ſo lieb und vertraut geworden ſind. Trug ſich damals auf dem Geburtstagsritte in den Oeſterreichiſchen Grenzgebirgen der junge König mit gewaltigen Kriegsentwürfen, ſo ſchreibt jetzt „der alte Fritz“ ſeine„Betrachtungen über die Feldzugspläne“. Die Arbeit trägt die Ueberſchrift Scriptum in dolore, da der König während derſelben durch heftige Podagraanfälle an das Zimmer gefeſſelt war.
Zwei Kriegspläne nehmen da vor Allem unſer heutiges Intereſſe in Anſpruch; ſie ſind als Beiſpiele zu den entwickelten Lehren gegeben. Der erſte derſelben behandelt einen großen Koalitionskrieg gegen Frankreich. Preußen, Deſterreich, das Reich, England und Holland ſtehen auf der einen, Frankreich, Spanien und Italien auf der anderen Seite, 390 000 Streiter zum Angriff, 270.000 zur Abwehr bereit. Der König ſagt dann wörtlich:
„Die größte Armee, beſtehend aus 180 000 Mann, beſtimme ich für Flandern; nicht etwa, um in jedem Jahre eine Schlacht zu liefern und einige feſte Plätze wegzunehmen, was ſomit ſieben bis acht Feldzüge erfordern würde, vielmehr, um in das Herz des Königreichs einzudringen, in der Richtung auf die Somme vorzugehen und zu gleicher Zeit die Hauptſtadt zu bedrohen.“
Dann fügt der große Feldherr noch die Lehre bei:„Angenommen, Paris wäre erobert, dann müßte man ſich hüten, Truppen hineinzulaſſen, da dieſe dort verweichlichen und die Disziplin verlieren würden; man müßte ſich damit begnügen, große Kontributionen zu erheben.“
Wer denkt beim Leſen dieſer Worte nicht unwillkürlich an die April⸗ und Maitage des Jahres 1871, wo wir von den Wällen der Pariſer Forts aus den Kämpfen der Franzöſiſchen Regierungstruppen mit den Kommunards mit verſchränkten Armen zuſahen, und an die Kriegsentſchädigung von fünf Milliarden, die wir der Republik auferlegten.
Das zweite Beiſpiel iſt ein Krieg zwiſchen Preußen und Oeſterreich. Wieder ſtellt der König zwei Armeen auf, eine Elbarmee und eine Schleſiſche Armee. Die Elbarmee ſoll die Sachſen entwaffnen, in Böhmen eindringen und über Prag auf Linz marſchiren. Die Schleſiſche Hauptarmee will der König nach Mähren auf Prerau und Kremſier führen und erwartet an der