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mit Gold darübergestülpt wird." Das leuchtete unserm Mppel wohl ein, und hocherfreut machte er sich alsbald ans Werk, den Berg möglichst tief ouszuhöhlen und dann den Scheffel geschickt oben an der Öffnung zu befestigen.
Als endlich der Gottseibeiuns erschien, brachte er seinen Wunsch vor. Der Teufel nickte und verschwand. Bald darauf erschien er wieder mit einem großen Sack voller Goldfüchse und schüttete ihn sofort in den Scheffel. Doch der wollte nicht voll werden. Er holte einen zweiten, — dritten — derselbe Erfolg. Und als er endlich stundenlang Goldstücke herangeschleppt hatte, ließ er erschöpft und gänzlich entmutigt die müden Arme sinken und rief wütend aus:
„Nippel, Nappel, Neepel,
wat Heft vöör'u grooten Scheepel!"
Mit diesen Worten zog er den Vertrag aus seinem Busen, warf ihn zu Boden und flog auf und davon. Er ist auch nicht wiedergekommen. Nippel und sein kluger Schäfer aber sind bis an ihr seliges Lebensende kreuzvergnügt gewesen.
August Trinius (Märkische Streifzüge).
49. Die Rache des Quitz.
1. Herr Dietrich von Quitzow reitet so schnell durch Nacht hin und dunkelnde Wälder.
Am Himmel leuchten die Sterne hell,
sie leuchten auf wogende Felder.
2. Durch Nacht hin und Grauen reitet der Quitz, er reitet mit seinen Getreuen. —
„Nun, Bürger, und über euch Rache und Blitz!
Euch soll euer Haß gereuen!"
3. Grell kreischt der Uhu im finstern Forst.
Vorbei das nächtliche Jagen!
Der Bauer lauscht vom einsamen Horst und hat ein Kreuz geschlagen.
4. Nun dämmerndes Licht über Horst und Luch, dort drüben Friesacks Höhen.
Der Quitzow murmelt verhaltenen Fluch, heut muß und soll es geschehen.