Tunichtgute in einen großen Sack, den er auf den Rücken schwang. Dann segelte er lustig durch die Lüfte. Wie er nun über die Stadt Friesack fliegt, streift der Sack etwas hart an die Spitze des Kirchturms, so daß ein Loch hineinreißt und eine ganze Gesellschaft von Edelleuten herausfällt. Der Höllensohn wird es aber nicht gewahr. Das sind nun die Herrn von Bredow gewesen, die nicht wenig froh waren, so leichten Kaufes den Krallen des Unholdes entronnen zu fein. Zum Andenken an ihre Befreiung nannten sie die Stadt, wo der Sack ein Loch erhalten hatte, „Frie- Sack", und von hier aus haben sie sich dann über das ganze Havelland verbreitet.
Manche ihrer Rittergüter führen noch heute die damals empfangenen Namen. Der älteste von ihnen sagte beim Abschied zum zweiten: „Gä bess hin!" Da nannte dieser den Ort, wo er sich niederließ, „Beßhin", woraus später „Peßsin" wurde. Ein dritter ging von Friesack aus, mehr landeinwärts; darum nannte er seine Ansiedelung fortan: „Land in" oder „Landin". Ein anderer ging denselben Weg wie der zweite und baute dann „Selbelang". Ein fünfter ging von dort aus rechts zu (rechts too) und baute „Retzow", und ein sechster nannte fein Dorf nach seinem eigenen Namen „Bredow".
2. Auch sonst haben die von Bredow dem Teufel manch lustiges Schnippchen geschlagen. Da war ein Bredow zu Landin, Nippel oder Nappel mit Vornamen, der als ein großer Verschwender bald sein ganzes väterliches Erbteil vertan hatte. Als letztes Mittel in seiner Bedrängnis nahm er endlich seine Zuflucht zum Teufel. Dieser wollte ihm auch alles gewähren, wenn ihm Nippel feine Seele verschreiben wollte. Das geschah. Nippel unterschrieb den verhängnisvollen Schein, und der Teufel flog lachend auf und davon. Doch je näher der Tag kam, wo der Vertrag zu Ende ging, desto mehr nahm die Traurigkeit des armen Nippel zu. Da faßte sich endlich sein Schäfer ein Herz und fragte ihn ernsthaft nach dem Grunde der Schwermut. Nippel berichtete alles haarklein. Der Schäfer aber lachte und rief: Nichts leichter als dies! Gestrenger Herr, Ihr braucht nur den Teufel zu bitten, der Euch ja in allem dienen muß, daß er Euch einen Scheffel mit Gold fülle. Vorher aber grabt Ihr draußen auf dem Berge vor Landin ein tiefes Loch; darauf stellt Ihr den Scheffel und zwar so, daß er jedesmal umschlägt, sobald der Sack