Teil eines Werkes 
1 (1912) Sagen
Entstehung
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trat heraus und sah lauter kleine Kinder um das Rad. Von einer andern Mühle mußte Pumpfuß weiterziehen, der Müller wollte ihn nicht haben. Der konnte auch was und schickte Pump­fuß die Mühlsteine nach. Wie Pumpfuß die ihm nachlaufen sah, legte er bloß ein Tuch hin, und die Steine machten halt. Auf der alten Buschmühle hinter Lübbenau war es früher nicht geheuer; doch Pumphut hatte das Gespenst, das im Schornstein nieder­polterte, in einem Sack von ungebleichter Leinwand und mit verkehrten Stichen aufgefangen und fortgetragen. Seitdem ging die Mühle ganz schön. Da kam einmal ein Bäcker mit einem ganzen Kahn voll Getreide und wollte mahlen, aber die Mühle sich selber einrichten.Meister, wir wollen nach der Wirtschaft fahren, mag der doch mahlen", sagte Pumphut. Dann kam ein Bote.Der Bescheider soll gleich zurückkommen, der Bäcker kann nicht mahlen. Anstatt Schrot kommen lauter Füchse aus dem Loch heraus, und es sind soviel Füchse da, daß kein Mensch im Mühlhause durchkommen kann." Dann lachte aber der Be­scheider und forderte noch ein Glas Bier.Sie können ja die Füchse fangen. Fahre nur, die Füchse werden schon wieder aufhören." Pumphut zog sein Taschenmesser heraus, klopfte mit ihm dreimal auf den Tisch und steckte es wieder ein. So viele Füchse als herausgesprungen waren, sprangen wieder hinein.

Mal hatte er sich mit einem Glaser in der Schenke entzweit und ging früher weg als der. Dann verwandelte er sich in eine große Schlange, legte sich in den Weg und sah nun aus wie ein Baum. Als der Glaser vorbeikam, wollte er ausruhen und setzte sich darauf. Da warf ihn Pumphut ab, und alles Glas ging entzwei. Auch der Kammerherr auf Suckow bei Prenzlau, dem er sich in den Weg legte, steif wie ein Baumstamm, wollte darüber wegfahren; aber der Wagen blieb festgebannt.Ah, Pumpfuß, den suche ich lange", sagte er und nahm ihn auf sein Schloß, daß er ihn alles lehre. Zuletzt aber wollte er ihm den Kopf abhauen lassen, daß nicht auch andre von ihm lernten. Da blieb dem Scharfrichter der Arm mit dem Beil in der Luft stehen, und Pumpfuß lachte und ging seiner Wege.

Pumpfuß nahm kein gutes Ende. Er kam auf eine Mühle, da gingen zwölf Gänge. Der dreizehnte war verschlossen, darauf mahlte der Teufel. Der Müller versprach Pumpfuß viel Geld, wenn er den dreizehnten frei machte. Da ging Pumpfuß in den

Nohl, Unsere Mark Brandenburg. I- Teil. S