Teil eines Werkes 
1 (1912) Sagen
Entstehung
Seite
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zerstört, waren zwei größere und neun kleinere Löcher. Dort hatte Uhnschpel geschustert und Kegel geschoben. Auf einem ähnlichen beim Dorfe Gerswalde hat einer geschneidert.

Die Riesen hatten auch Streit miteinander. Von zwei Hünen bei Prenzlau warf einer, der auf dem Klinkower Berge wohnte, dem andern mit einem großen Stein ein Auge aus. Der Stein liegt noch auf dem Kleptower Berge. Zwei Hünen standen am Ruppiner See, diesseits und jenseits, und kämpften miteinander. Der Hüne auf der Westseite warf einen großen Stein nach feinem Gegner, der lag früher an der Grenze der Karwer und Lichtenberger Feldmark und ist jetzt Grabstein für die Familie von dem Knesebeck auf dem Kirchhof zu Karwe. Die Riesen auf den Müggelbergen bei Köpenick hatten mit den Riesen der Dörfer Ziethen, Selchow und Rotzis einst einen ge­waltigen Kampf und warfen sich mit großen Feldsteinen, von denen einige noch bei den Dörfern liegen. In diesem Kampfe ist der Riesenkönig gefallen. Seine Gebeine wurden in einen goldenen, silbernen und eisernen Sarg gelegt und im Hünenberg beim Dorfe Rotzis begraben. Darinnen ruhen sie noch heute. Beim Dorfe Netzeband und dem Vorwerk Bertikow liegen die Hünenwälle. Hier war auch eine Riesenschlacht. Die Riesen gerieten in harten Kampf. Zuletzt haben die Bertikowschen die Netzebandschen besiegt und vernichtet. Die Gefallenen liegen in drei langen Hünenbetten und in den runden Grabhügeln am Saume des Waldes. Da fand man einmal einen goldenen Arm­ring. Auch die Hünen von Bertikow hatten viele Tote, und die liegen begraben in dem Hügel an der Temnitz, dicht bei Bertikow. Da sind alte Schwerter und andre Waffen gefunden worden. Beim Dorfe Mellen bei Lenzen in dem großen Hünengrab liegt auch ein Riesenkönig begraben und seine Helden um ihn her in den Grabhügeln und Steinkreisen, die früher da noch waren. Ein Riesenkönig liegt auch auf der Feldmark des Dorfes Kemnitz bei Pritzwalk in einem goldenen, silbernen und eisernen Sarge. Ebenso lag ein Riesenkönig in dem großen Königsgrab beim Dorfe Seddin in der Westpriegnitz begraben. Dieser Grabhügel hat 300 Schritt Umfang und 38 Fuß Höhe und war von einem Steinkreis umgeben. Im weiteren Umkreise liegen noch andre Hünengräber.

Wilibald von Schulmburg (Landeskunde der Provinz Brandenburg).