Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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ee NENNEN

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Einleitung in die Gevgr. des nordl. Teutſch­landes ſ. 290.

Helingen, kommt unter Ottonis L ſtif­tungen inſonderheit von 959. vor, und hat nach Junkers Geogr. ſ. 246. in dem Magdeburgiſchen gelegen und mit dem Pa­go Mosde gegraͤnzet.

Heveldun liegt um und innerhalb der kruͤmmung von der Havel, wo ietziger zeit das Havelland gelegen iſt, ſo davon noch den namen fuͤhret. Es erſtrekte ſich oben von dem urſprung der Havel bis an die Doſſe, und begriff auch das Land, ſo ietzo

Ruppin heißt, in ſich. Daß es aber auch

etwas weiter und in die Prignitz muͤſſe hin­ein gegangen ſein, erhellet aus dem An­naliſſa Sazone, welcher es Stoderaniam nennet: contra quos commotus Impera­tor Sroderaniam, quae vulgo Heveldun dicitur, egregiam inter Slavonicas terram cum magno invaſit exercitu, vicit, prae­davit. beim jahr 997. ed. Eccard. I. Lſi 364. Wiewohl dieſes nur die gegend andeutet, wo etwa die Stoderaner und Heveller mit einander gegraͤnzet haben. Helmold L. I.

c. 37.§. J. Brizanorum& Groderanorum: populi, hi videlicet, qui Havelbeng& Brandenburg habitant. Und ſcheinen dieſe

fo, wie die kiazani, Bellini, Friſci kleinere Gauen vom Hebeldun geweſen zu ſein, von deren ieden an ſeinem ort zu handeln ſte­het. Von den in dieſem Pago gelegenen Staͤten oder oͤrtern kommen vor Branden­burg, Havelberg, Prizervi und Ezeri oder Zieſar, in des Kaiſers Otto des J. ſtif­tungsbrief uͤber das Bisthum Branden­burg von A. 949. ingleichen Potzdupini oder Potſtam, Helm oder Werder, und die inful Chosiemvizles in Kaiſ. Otto des III. gnadenhrief dem Kloſter zu Quedlinburg A. 993. gegeben. Wie ſpolche das Chron. Gottwicenfe. T. II. ſ. 635. anfuͤhret aus Luͤnigs Spicileg. Eccleſ. Con. I. Ill Sed. de Abbatiſſis ſ. 189. Dieſes verſtehet durch Chociemvizles den zwiſchen Brandenburg und Potsdam gelegenen ort Koͤtzin. Allein das ganze wort heißt allem anſehen nach eigentlich Chocie& Vizles: duo loca Potædupimi& Helm dicla in provin­cia Havelen vocata& in inſula Chocie& Vizles ſita; und Choci und Vizles, auf welcher Potadupimi und Helm gelegen ſein, werden eine inſul genennet. Und hats mit Potzdupimi oder Potſtam wohl keine ſchwierigkeit: ingleichen hat Helm aus Holm wohl am natuͤrlichſten ſeinen urſprung, welches eine Inſul oder

Erſter Theil, von der Mark insgemein. IV. Kap.

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Werder, mithin auch hier die Stat oder den ort Werder bedeutet; inſonderheit da

dieſes die vornehmſte oͤrter ſein, zu welchen

die in der urkunde folgende ſtuͤtle gehören, und ſich der muͤhe belohnen ein leibgedinge einer Aebtißin zu ſein, welche eine Kaiſerliche Prinzeßin war. Was nun Chocie und Viz­ſes ſei, legen die worte ſelbſt an den tag: dann es iſt die gegend, auf welcher Potſtam und Werder gelegen, das iſt der Potſtammi­Werder, davon die eine helfte Chocie, die an­dere Vigles heiſſe, auf welchen die geſchenkte oöͤr­ter gelegen. A. 1323. indes Herzogs von Sach­fen Rudolphs L brief darin er dem Dom apit­tel das eigenthum deſſelben Werders und der Stat Potſtam ſelbſt ſchenket, heißt es: nes we inſule dicle Pozfamp cum ipſo oppido Poꝛſſamp. Das wort nesne iſt in der ab­ſchrift unterſtrichen, und ſcheint unleſerlich geweſen zuſein, und könnte aus dieſer nach­richt ergaͤnzet werden durch Chocie wo ſich nicht was gewiſſeres ſinden ſollte. Durch Vizles verſtehet der Prediger und Rector in Potſtam, Hr. Gerlach, in ſeinem Pro­grammate von A. 1746. die gegend von dieſem Werder, auf welchem Potſtam und Golm, welches aus Helm durch Wendi­ſche mundart gekommen ſei, und wo der See Wubelitz ſich in die Havel ergieſſet, gelegen iſt; leitet ſolches wort auch her aus Wuhelitz, lieſet aber Chocie in Vizles, alfo daß Potſtam und Golm auf der In­ſul Chozie, und zwar auf dem theil, der Vizles oder Wublitz heißt, gelegen gewe­ſen. Welches ſich allerdings hören laͤßt, und mit obigen his auf den ort Helm uͤberein­kommt. Juterbog, Juͤterbok, wird in dem Chronico Montis ſereni ad A. I 179. als eine Probinz oder Pagus angefuͤhret: Sla= vi Lithewizen& Pomerani, vocatione ducis Henrici, Provinciam FJüterbock inva­ſerunt. Und Wichmann Erzbiſchof von Magdeburg gedenket deſſen in eben dem ſinn: Terram nyſtram que Fürerbock Cc. S. Hofmanns introduct. ad L. L rerum Luſat. ſ. 3r. Wannenhero Loͤſcher ſelbi­gen Landſtrich mit unter die Pagos red net. Das Chronicon Gottwicenſe her­gegen will es fuͤr keinen Pagum angeſehen wiſſen: weil Ditmarus ſolches locum, ei­nen ort nennet, cum nos omnes ad lo­cum, qui Jurerbocb appellatur, veniſſe­

mus L. VI. Allein die ausdruͤkkungen der

angeführten Geſchichtſchreiber fein zu deut­lich, als daß man daran ſolte zweifeln und iſt doch auch bekannt, daß das wort

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