Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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locus ſo wohl Son einer Provinz, als von einer Stat geſagt werde. S. Hecht de rebus Jüterbocenſ. diſſ. 2. Wie die lage des Staͤtgens bekannt iſt: alſo laͤßt ſich gar leicht urtheilen, daß dieſer Pagus zwiſchen der Adda, Elbe und Niederlausnitz muͤſſe ge­legen ahen NE! Kizzini, Kiſſini, hat noch ſeinen uͤberbleibſel in dem ort Koͤtzin ſo an der Habel zwiſchen Potſtam und Branden­burg gelegen, und alſo ein ſtuͤk vom He­veldun geweſen iſt. S. Heveldun. Leubuſii. Der Gau Lebuß, davon

das noch heut zu tage bekannte koͤnigl. Amts

Staͤtchen Lebuß noch ein uͤberbleibſel iſt, hat zu heiden ſeiten der Oder zwiſchen Frankfurt und Kuͤſtrin gelegen. Das Chronicon Gottw. will, daß Civitas Co­carescehorium, von welchem Witekindus L. III. ſ. 657. meldet, daß es bon den Slaven verſtöͤhret worden, in dieſem Gau gelegen ge­weſen, und das ietziger zeit bekannte Dorf Gorgaſt ſei.; AM Linaga wird als ein Pagus Venedicus

zwiſchen der Elbe und Oder im Chronico

Gottyy. P. II. ſ. 660. ſo von dem Pago Linorum oder Lingonum unterſchieden ſei, aber ohne beweiß angefuͤhret. Gund­ling haͤlt es fuͤr den Pagum der Linoner oder Lingoner um Lenzen, und Lenne­witz in der Priegnitz. Allein wie die DSL ker Lini, Linones, Lingones, wie oben albereits gezeigt worden, zwiſchen der El­be und Oder gewohnet, und mit den Wil­zen, Obotriten, Schmeldingern und War­navern gegraͤnzet, Helm. L. I. C. 2. n. 9: alſo hat dieſer Pagus dem zu folge gelegen, wo heut zu tage der oͤſtliche theil des Fuͤr­ſtenthums Wenden lieget, und iſt etwas in die Prignitz und in das Ruppiniſche hi­nein gegangen; wie er dann im ſtiftungs­brief von Havelberg A. 946. mit denen hiernaͤchſt gelegenen Provinzen zuſammen beieinander ſtehet: inaga, Murizzi, Tho­lenz. S. oben die Einwohner.

Lizizi will zwar von dem Hrn. von Gundling in die gegend des Kloſters Liez­kow geſetzet werden Atl. ſ. 7. Allein es iſt dieſes zu weit, und auſſer dem ſprengel des Bisth. Habelberg gelegen, welcher ge­gen mittag nur his an die Stremme gerei­

chet: a meridie Sırama fluvius& finis pre­

dictarum provinciarum, heißt es in des Kaiſers Ottonis I. ſtiftungsbrief des Bis­thums Hapclherg von A. 946. Zwiſchen Jerichow und Ratenow finden ſich einige von den angefuͤhrten oͤrtern: iſt alſo wahr­

Erſter Theil, von der Mark insgemein. IV. Kay.

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ſcheinlich, daß dieſer Gau um dieſe gegend zwiſchen der Elbe und Havel in dem Jerichowſchen krais gelegen habe. In Provincia Lieziai Marienbis caſtrüm cum his adjacentihus villis Priezipini, Rocmoc, Cotini., Virskroiz, MWiecurin, lilcuni, Me­lixi, Eabbuni, Pricipini, Hedeſul, Ludin, heißt es ferner in angefuhrten ſtiftungs­brief. Da dann der name des Pagi Liczti eine ziemliche aͤhnlichkeit hat mit den Doͤr­fern Klieze und Klizenik, die bielleicht dar her genennet ſein. Marienbis findet wohl kei­nen aͤhnlichen ort, muß aber um dieſe ge­gend, und wo etwa Sydau liegt, gelegen geweſen fein: weil die uͤbrige oͤrter dahe­

rum gelegen cum his adiacentihus villis.

Priezipini iſt vermuhtlich Brießt, Carin Goͤttin, Mırskroiz Vieriz, ilcuni Mil­kau, Malti Maliz, welche alle noch ziem­lich kennthahr fein

Lutizi, Luitici. Dieſer Pagus hegreift den meiſtentheil von Vorpommern, die ganze Ukermark bis an die Find und ein ſtuͤk bon der Herrſchafft Stargard in ſich. S. oben die Lutitier. Nach den Einwoh­nern muß er wiederum in verſchiedene kleine­re Gauen oder Vogteien getheilet werden, Davon nur die Tollenzer und Redarier, imgleichen die Uchri hieher gehoͤren. Luſiei kommt als ein Pagus oder Gan vor unter andern A. 949. in Kaiſ. Otto des L ſtiftung des Bisthums Brandenburg und 1004. in Kaiſ. Henrichs des II. gna­denbrief, darin er dem Kloſter zu Nienburg an der Saale einige oͤrter geſchenket: Duas noſtri iuris civitates, id eſt Triebus& Luibocholi, Mroscina, Crothiſti, Liubſi, Zlupiſti, Goſtewiſſi, cum territoriis ſuis, ac omne, quicquid Dietbert in benefi­cium habuit in Pago Luci& in Geronis Comitati ſitum. Anhalt. Hiſt. II. Th. ſ. z. Woraus erhellet, daß dieſer Gau in des Markgr. Geronis comitatu gelegen und ein theil dabon geweſen; und der namen zeiget zur gnuͤge, daß die Lauſitz und die daherum zwiſchen der Oder und Elbe ge­legene gegend dadurch zu verſtehen. Die­fer Pazus gehöret zwar auch nicht zur Mark: er graͤnzet aber nicht allein an dieſelbe, ſon­dern iſt auch in dieſelbe einen guten ſtrich hinein gegangen. Dann zu geſchweigen des angefuͤhrten gnadenbriefs, in welchem Triebus und Lui Bocholi vorkommen, welche gar fuͤglich das zur R. der Spree phn­weit Fuͤrſtenwalde gelegene Trebus, und das am Schenkenlaͤndchen gelegene Buch­holz andeuten koͤnnen; obwohl das Chro­

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