109 Erſter Theil, von der Mark insgemein. IV. Rap. 110
Pechobi ſtehet in Otto des I. angefuͤhrten ſtiſtungshrief von A. 949. heißt Pechau, und liegt nicht weit hon Magdeburg an der Ehle: iſt aber von dem alten Pechovi nichts mehr als noch ein uͤherbleibſel zu ſehen· S. Thorſchmid. Ant. Ploc. ſ. 6.
YPlochevissi iſt nach Thorſchmieds an, zeige das noch heut zu tage ohnweit Gommern gelegene Ploͤzke.
Preßitz kommt vor in Otto des J. vom Paulini c. 1. angeführten gnadenhrief von 971.
Prideliſti wird in Otto des J gna
denbrief angefuͤhret bom Sagittario de Antiquit. Magdeb.§. 8. heut zu tage heißt es Predel ohnweit Dornburg ſ. Thor
Puziani kommt an eben dem vrt heim Sagittario vor, und fol Buden oder Po
ten, Poͤtau ohnweit Gommern fein,
Tuchime heiſt in Otto des Lgnadenbrief von A. 965. Curtis regiae vel Imperatoriae
poteſtatis, da es der Domkirche in Mag
deburg geſchenket worden. Es heißt jetz
Tuchum und liegt an der Stremme.
Zerviſti, Czerviſti gehöret unter die
3 Staͤte, welche in Otto des J. ſtiftungsbrief
von 949. vorkommen; wird oftmahls in alten hriefen angefuͤhret, und iſt die jetziger zeit ſo angeſehene Stat Zerbſt an der Nu
te. S. Anh. Hiſt. Aus dieſem allen er
hellet, daß der Pagus Morizani oder Moraciani zwiſchen der Elbe, Nute, Stremme und Ober⸗Ihle gelegen, und weil Zieſar und Prizerbe auch dazu gehören, bis an
die Havel gereichet habe. Siehe Paulli
ni ſ. 158. 159. welcher auch die verſchiedene namen dieſes Pagi angefüͤhret. Das Dorf Marzan bei Prizerhe mag von dieſem Gau noch wohl den namen haben. Mizeret, Mizeretz, Mezeretz, Mezirech, Myſeritz, ſtehet am erſten A. 946. in Ottonis J. ſtiftungshrief von Havelberg: ferner A. 1172. nachdem es den Herzogen von Pommern in die haͤnde gekommen, in Bogislaus des JL begiftung des Kloſters Stolpe: In provincia Mezirech villa Primziz. villa Parpatno. villa Scetluciz. villa Woscetino. S. des Herrn von Dreger Dod. Dipl. ſ. 16. und 1193. in Biſch. Sifrieds ſchenkungshrief 5 53: In terra Myferitzz villa Wocetino, villa Grotcov. villa Cidlotitz: auch. 1222, in der Herzogin Ingardis, Caſimiri Il. witwe ihrem brief, darin fie dem Kloſter Stolp an der Peene die in dieſer Provinz gelegene Dörfer Lib: und Padderyw ſchenket: villam
Ploth und Grotwin ſetzet.
Lipz ſitam in prouincia Mererz,& in
eadem prouincia villam Pedro, und A. 1228. villam Prezene in prouincia MMezeret Conſtitutam, in Barnims brief, Aus welchen nachrichten erhellet, daß dieſe ‘Provinz zwiſchen dem Lande Grotwin und den Meklenburgiſchen Landen um die ges gend Friedland gelegen geweſen, als woſelbſt die oͤrter Luͤbz, Pretzen, Pabderow noch be
findlich. Dieſes kommt mit Ottonis brief
überein, welcher diefe Provinz zwiſchen Sie iſt hernach an das Bißth. Schwerin gekommen.
S. Cod. Pipi 108.
Morizi, Murizzi, hat fein andenken in dem Muritzer See im Meklenburgiſchen,
und hat gegraͤnzet an die Gauen Heveidun
und Tholenz, wie es denn im mehrgedachten ſtiftungs brief des Bisth. Habelberg mit dieſem zuſammen geſetzet wird Linnyga,
Aſurizzi, Lholentz. Ploth. Als der Bi
ſchoff Otto von Bamberg das zweitemahl nach Pommern über Halle und Havelberg
zog, geriet er auf dem weg zwiſchen Has velberg und Temmin nach 5 tage reifen an dieſen ort, und erfuhr bon einem an dieſem See wohnenden mann, daß das bolk das herum Moritz genennet wurde, wie aus deſſen leben L. III. c. 4. zu erſehen..
Mosde hat nach Junkers urtheil . 246. und 258. mit der Altmark und mit Magdeburg gegraͤnzet, und geſchiehet deſſen meldung in einem gnadenbrief des Kaiſers Ottonis J. bon R. 958, daß er mit dem Pago Helinge in dem Comitatu des Grafen Henrichs gelegen gewefen. S. Sagittar. Antiq. Magdeburg. Ein uͤberbleibſel davon iſt wohl das Dorff Moſe zwiſchen Kalfoͤrde und Gardelegen, deſſen im Markgr. Adalberti oder Albrechts des Bären gnadenbrief won A. 143. mel
dung geſchiehet, und an der Ohra gelegen,
auch vom Erzhisth. Magdeburg ein Lehn geweſen. Ludw. Rel. L. Il. ſ. 355. 357. 359. 360. 363. 404 und von Markgr. Albrechten dem Graf Otto von Hildeslehen als ein afterlehn gegeben worden. vergl. Ortonis J. Imp. diplom. datum Eccleſtae Magdeb. A. 937. beim Eecard. Hiſt. Gen. Sax. ſup. ſ. 135. da dieſer ort unter dem namen Moſau in dem Pago Nordthuringiae geſetzet wird; wo es nicht gar verſchrieben und anſtat Wostze aufgebracht worden, welches unten borkommen wird.
Nize iſt zwar nach anzeige des Chron. Gott z) T. Il. ſ. 705. in der Oberlausnit der Goͤrljtzer krais geweſen: wie aber die
Neiſſe