Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
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jährigen freiheit davon abzufragen haben ſollen

6. In denjenigen Staͤten und andern orten,

wofelbſt ſich einige wuͤſte plaͤte und ſtellen

befinden, wollen wir gleichergeſtalt die vor­ſehung thun, daß dieſelben ſamt allen dazu ‚gehörigen gaͤrten, wieſen, aͤkkern, und wei­

den, gedachten unſern Evangeliſch⸗Refor⸗ 9g ehen, A auch dahin bedacht fein und die anſtalt mas

mirten Glaubensgenoſſen Franzoͤſiſcher Nation, nicht allein erb⸗ und eigenthuͤm­lich eingerauͤmet, ſondern auch daß dieſel­be von allen oneribus und beſchwerden,

welche ſonſt darauf gehaftet, gaͤnzlich li­

berirt und loß gemacht werden ſollen; ge­ſtalt wir denn auch diejenige materialien deren gedachte Leute zu bebauung dieſer plaͤtze bedürfen werden, ihnen ohnentgelt­lich anſchaffen, und die von ihnen neu er­bauete haͤuſer ſäamt deren Einwohnern in den erſten zehen jahren mit keinen one­ribus auſſer der vbangeregten conſum. tions- acciſe belegen laſſen wollen. Und weilen wir auch gnaͤdigſt gemeint ſein, alle mögliche facilitaet bei zu tragen, damit ges dachte unſere Glaubensgenoſſen in unſern Landen untergebracht und etabliret werden mögen: als haben wir denen magiſtraͤten und andern bedienten in erwehnten unſern Probinzen Gnaͤdigſten befehl ertheilen laſſen, in einer jeden Stat gewiſſe haͤuſer zu mie­ten, worin gedachte Franzoͤiſche Leute bei ihrer ankunft aufgenommen, auch die haus­miete davon fuͤr ihre Familien 4 jahr lang bezahlet werden ſoll, jedoch mit der bedin­gung, daß fie diejenige plaͤtze, welche ih­nen auf obberuͤhrte conditiones werden, mit der zeit zubebauen ihnen angelegen fein laſſen.

So bald ſich obgedachte unſere Evange­liſch Reformirte Glaubensgenoſſen Fran­zöͤſiſcher Nation in einiger Stat oder Flek­

ken nieder gelaſſen, ſollen ihnen die daſelbſt hergebrachte jura civitatis& opifieiorum ohne entgeltlich und ohne erlegung einiger ungelder concediret, und eben die benefit cia, rechte und gerechtigkeiten verſtattet und eingerauͤmet werden, deren andere un­ſere an ſolchen orten wohnende und gebohr­ne unterthanen, genieſſen und faͤhig ſind. Allermaſſen wir ſie denn auch von dem ſo­genannten Droit d Aubaine und anderen dergleichen heſchwerden, womit die frem­de in andern Koͤnigreichen, Landen und Republiquen, belegt zu werden pflegen, gaͤnzlich befreiet auch durchgehends auf gleiche art und weiſe wie unſre eigene ans

Erſter Theil, von der Mark insgemein,. Kap.

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gehoͤrige unterthanen, gehalten und traeti­ret wiſſen wollen. l

Diejenige welche einige manufacturen von Tuch, Stoffen, Huͤten oder was ſonſten ihre Profeßion mit ſich bringet, anzurich­ten willens ſein, wollen wir nicht allein mit allen deßfalls verlangten freiheiten, privile­üs und begnadigung verſehen, ſondern

chen, daß ihnen auch mit gelde und anderen nohtwendigkeiten, deren fie zu fortſetzung ihres vorhabens bedürfen werden, viel

möglich, aſfiſtiret und an hand gegangen wer­rn,

den ſoll.

Denen ſo ſich auf dem Lande ſetzen, und mit dem alkerhau werden ernaͤhren wollen, ſoll ein gewiß ſtuͤk landeß uhrbar zu machen angewieſen, und ihnen alles dasjenige, ſo ſie im anfang ihrer einrichtung werden nöͤh­tig haben gereichet, auch ſonſt überall ebe­ner geſtalt begegnet und fortgeholfen wer­den, wie es mit verſchiedenen familien, ſo ſich aus der Schweiz in unſere Lande begeben und darinnen niedergelaſſen, bis­anhero gehalten worden.

1 10.

So viel die iurisdiction und entſcheidung der zwiſchen oſtgedachten Franzoͤſiſchen Fa­milien ſich eraugenden irrung und ſtreitig­keiten betrift, da ſind wir gnaͤdigſt zufrie­den, und bewilligen hiermit, daß in denen Staͤten, woſelbſt verſchiedene Franzöͤſiſche Fa­milien vorhanden, dieſelbe jemand ihres mit­tels erwaͤhlen mögen, welcher bemaͤchtiget ſein ſoll, dergleichen differentien ohne eini­ge weitlauͤftigkeit, in der guͤte zu verglei­chen und abzuthun. Daferne aber ſolche irrungen unter Teutſchen an einer, und Franzoͤſiſchen Leuten anderer ſeite{ich erauͤ­gen: fo ſollen ſelbige durch den Magiſtrat eines jeden orts, und denjenigen, welchen die Franʒfiſche Nation zu ihrem Schiedsrichter erwaͤhlen wird, zugleich und geſamter hand unterſuchet, und ſummariter zu recht ent­ſchieden und erhöret werden, welches denn auch alsdenn ſtatt hahen ſoll, wann die unter Franzoſen allein vorfallende differen­tien, dergeſtalt wie oben erwehnet, in der gute nicht beigeleget und verglichen werden koöͤnnen.

.. 11.

In einer jeden Stat wollen wir gedach­ten unſern Franzoͤſſſchen Glaubensgenoſ­ſen einen beſondern Prediger halten, auch einen bequemen ort anweiſen laſſen, wo­

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