127
jährigen freiheit davon abzufragen haben ſollen
6. In denjenigen Staͤten und andern orten,
wofelbſt ſich einige wuͤſte plaͤte und ſtellen
befinden, wollen wir gleichergeſtalt die vorſehung thun, daß dieſelben ſamt allen dazu ‚gehörigen gaͤrten, wieſen, aͤkkern, und wei
den, gedachten unſern Evangeliſch⸗Refor⸗ 9g ehen, A auch dahin bedacht fein und die anſtalt mas
mirten ¶ Glaubensgenoſſen Franzoͤſiſcher Nation, nicht allein erb⸗ und eigenthuͤmlich eingerauͤmet, ſondern auch daß dieſelbe von allen oneribus und beſchwerden,
welche ſonſt darauf gehaftet, gaͤnzlich li
berirt und loß gemacht werden ſollen; geſtalt wir denn auch diejenige materialien deren gedachte Leute zu bebauung dieſer plaͤtze bedürfen werden, ihnen ohnentgeltlich anſchaffen, und die von ihnen neu erbauete haͤuſer ſäamt deren Einwohnern in den erſten zehen jahren mit keinen oneribus auſſer der vbangeregten conſum. tions- acciſe belegen laſſen wollen. Und weilen wir auch gnaͤdigſt gemeint ſein, alle mögliche facilitaet bei zu tragen, damit ges dachte unſere Glaubensgenoſſen in unſern Landen untergebracht und etabliret werden mögen: als haben wir denen magiſtraͤten und andern bedienten in erwehnten unſern Probinzen Gnaͤdigſten befehl ertheilen laſſen, in einer jeden Stat gewiſſe haͤuſer zu mieten, worin gedachte Franzoͤiſche Leute bei ihrer ankunft aufgenommen, auch die hausmiete davon fuͤr ihre Familien 4 jahr lang bezahlet werden ſoll, jedoch mit der bedingung, daß fie diejenige plaͤtze, welche ihnen auf obberuͤhrte conditiones werden, mit der zeit zubebauen ihnen angelegen fein laſſen.
So bald ſich obgedachte unſere Evangeliſch Reformirte Glaubensgenoſſen Franzöͤſiſcher Nation in einiger Stat oder Flek
ken nieder gelaſſen, ſollen ihnen die daſelbſt hergebrachte jura civitatis& opifieiorum ohne entgeltlich und ohne erlegung einiger ungelder concediret, und eben die benefit cia, rechte und gerechtigkeiten verſtattet und eingerauͤmet werden, deren andere unſere an ſolchen orten wohnende und gebohrne unterthanen, genieſſen und faͤhig ſind. Allermaſſen wir ſie denn auch von dem ſogenannten Droit d Aubaine und anderen dergleichen heſchwerden, womit die fremde in andern Koͤnigreichen, Landen und Republiquen, belegt zu werden pflegen, gaͤnzlich befreiet auch durchgehends auf gleiche art und weiſe wie unſre eigene ans
Erſter Theil, von der Mark insgemein,. Kap.
128
gehoͤrige unterthanen, gehalten und traetiret wiſſen wollen. l
Diejenige welche einige manufacturen von Tuch, Stoffen, Huͤten oder was ſonſten ihre Profeßion mit ſich bringet, anzurichten willens ſein, wollen wir nicht allein mit allen deßfalls verlangten freiheiten, privileüs und begnadigung verſehen, ſondern
chen, daß ihnen auch mit gelde und anderen nohtwendigkeiten, deren fie zu fortſetzung ihres vorhabens bedürfen werden, fü viel
‘möglich, aſfiſtiret und an hand gegangen werrn,
den ſoll.
Denen ſo ſich auf dem Lande ſetzen, und mit dem alkerhau werden ernaͤhren wollen, ſoll ein gewiß ſtuͤk landeß uhrbar zu machen angewieſen, und ihnen alles dasjenige, ſo ſie im anfang ihrer einrichtung werden nöͤhtig haben gereichet, auch ſonſt überall ebener geſtalt begegnet und fortgeholfen werden, wie es mit verſchiedenen familien, ſo ſich aus der Schweiz in unſere Lande begeben und darinnen niedergelaſſen, bisanhero gehalten worden.
1 10.
So viel die iurisdiction und entſcheidung der zwiſchen oſtgedachten Franzoͤſiſchen Familien ſich eraugenden irrung und ſtreitigkeiten betrift, da ſind wir gnaͤdigſt zufrieden, und bewilligen hiermit, daß in denen Staͤten, woſelbſt verſchiedene Franzöͤſiſche Familien vorhanden, dieſelbe jemand ihres mittels erwaͤhlen mögen, welcher bemaͤchtiget ſein ſoll, dergleichen differentien ohne einige weitlauͤftigkeit, in der guͤte zu vergleichen und abzuthun. Daferne aber ſolche irrungen unter Teutſchen an einer, und Franzoͤſiſchen Leuten anderer ſeite{ich erauͤgen: fo ſollen ſelbige durch den Magiſtrat eines jeden orts, und denjenigen, welchen die Franʒfiſche Nation zu ihrem Schiedsrichter erwaͤhlen wird, zugleich und geſamter hand unterſuchet, und ſummariter zu recht entſchieden und erhöret werden, welches denn auch alsdenn ſtatt hahen ſoll, wann die unter Franzoſen allein vorfallende differentien, dergeſtalt wie oben erwehnet, in der gute nicht beigeleget und verglichen werden koöͤnnen.
.. 11.
In einer jeden Stat wollen wir gedachten unſern Franzoͤſſſchen Glaubensgenoſſen einen beſondern Prediger halten, auch einen bequemen ort anweiſen laſſen, wo
ſelbſt