Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
143
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diger ernennet, welche die Lehrer anhielten, bei ihrem antritt ihre Glaubenshekaͤntniß und Kirchen diſciplin zu unterſchreiben, auch ferner auf ihre lehrart achtung geben muß­ten. ſ. 51. Zu mehrerm behuf der Wiſſen­ſchafften wurde auch eine Franzoͤſiſche Druk­kerei und Buchladen angeleget, welchen der Churfuͤrſt den titul vom Churfuͤrſtl. Buch: drukker und Buchhändler beigeleget.

VlI. Es haben aber nicht allein die Geiſt­liche und andere Gelehrte, ſondern auch, wie der Verfaſſer in dem II. Theil ſeines buches nun ferner meldet, perſonen vom

Soldaten ſtande in groſſer anzahl zu dieſer

Freiſtat ihre zuflucht genommen: und iſt unter ſolchen zuvorderſt der Hertzog von Schomberg, welchen ſeine groſſe verdienſte nicht von der allgemeinen verfolgung befreien koͤnnen, und nur dieſes einige zuwege ge­bracht, welches ſonſten niemand anders her­ſtattet worden, daß er ungehindert aus bem Lande ziehen koͤnnen; wie wohl nicht anders, als mit dem heding nach Portu­gall zu gehen, woſelbſt er auch mit groſſer freude des Königs, der Groſſen des Hofs, und des gemeinen Volks aufgenommen wor­den, im andenken der groſſen dienſte, ſo er dieſem Koͤnigreich in befeſtigung deſſel= bigen erwieſen; wiewohl ihn das Tribunal der Inquiſition auch nicht dulden wollen, und der Koͤnig nicht ohne groſſe undankbar­keit darin gewilliget; hat ſich alſo von dar wieder weg, und zu Sr. Churfuͤrſtl. Durchl. gewandt, welche ihn mit groſſen freuden aufgenommen und zum Generaliſſimo über ders Truppen, zum Gouverneur in Preu­ßen, und Geh. Raht gemacht, nachhero auch König Wilhelmen in England zu aus: führung feiner ruhms vollen abſichten uͤber­laſſen. Sein Sohn, Graf Karl von Schomberg, iſt gleichfalls bald nach dem Hrn. Vater zu Berlin angelanget, alwo er den character eines General Majors, ſamt einem Regiment zu pferde, und das Gouvernement von Magdeburg bekommen.

Auſſer welchen auch mehr Generals perſo­

nen und andere hohe und niedrige Officiers der Franzoͤſiſchen Nation nach Berlin ges kommen, die man alle untergebracht, gu­ten theils auch mit größeren ehrenſtellen, als ſie in Frankreich gehabt, verſehen. Und weil fie nicht alle gleich zu wuͤrklichen dien­ſten koͤnnen angenommen werden: ſo haben

fie den gehalt von Reformirten Officiern

bekommen, und inzwiſchen ſich, wo es ih­nen beliehet, in den Churfuͤrſtl., Landen aufgehalten; nachhero aher, weil ihnen ge­

Erſter Theil, von der Mark insgemein. V. Kap.

dunkt, daß fie auf ſolche weiſe wenig nutzen ſtiften koͤwnten, inſtaͤndig um erlaubniß ans gehalten, daß ſie ein eigenes corpus aus machen möchten, fo dienſte thun ſollte; und nachdem ihnen ſolches bewilliget worden, zwei Corpora zu pferde untereinander aufs gerichtet, eines aus lauter Adelichen ſo wohl

was die Officiers, als die Gemeine betrifft,

(das andere aus Unter ⸗Oſſiciern. Jenes, welches im jahr 1687. im Octob. aufge­richtet wurde, hat drei Compagnien ge­habt, die man Grand Mousquetaires geheiſſen. Die beide erſtere beſtunden aus lauter Franzoͤſiſchen, die dritte war eine Teutſche Compagnie. Ihre Kleidung war rohter Scharlach mit guldenen treſſen auf allen naͤten heſetzet: die Compagnien aber was ren durch die farbe der pferde unterſchie­den. Die erſte Compagnie hatte ihren ſtand zu Prenzlau, und die Otficiers Das

bei waren? Herr Chriſtoph Gr. von Dohna,

welcher Chef von derſelben war. Herr de Souville Major. Herr de Mombrun 1 ter Capitain. Herr de Rocoule 2ter Capitain. Herr de la Chaud 1 ter Lieut. Herr de Rictor 2ter Lieut. Herr de Leran zͤter Cornet Herr de Mofac 2ter Cornet.; Die zweite Compagnie hat zum Chef den Herrn von 8. Bonet, und hatte ihren ſtand zu Fuͤrſtenwalde. Die dritte Compagnie hatte zum Chef den Herrn von Natzmer. Das ander Corps hat man Grenadiers zu Pferde genennet, die auch von Sr. Churfuͤrſtl.

Durchl. mit pferden und anderer equipage,

dabei mit einem Prediger und Wundarzt ver­ſehen worden; ſich ſelbſt aber, weil ſie alle Leu­te vom ſtande geweſen, mit einer netten und anſehnlichen kleidung von andern unterſchie­den. Weil auch unter den Compagnien von Cadets in Frankreich ſich biel der Re­formirten Religion zugethan befunden; und dieſe gleichfalls anher ihre zuflucht genom­men: ſo haben Se. Churfuͤrſtl. Durchl. aus ihnen dergleichen auf dem fuß wie in Frank­reich, errichtet, und ihnen andere junge von Adel, fo noch nicht der krieges uͤhun­gen kundig geweſen, beigefuͤget; ihnen auch alte und tuͤchtige Franzöͤſiſche Ofticiers bor­geſetzet, die ſie darin unterweiſen ſollten. Ingleichen iſt eine groſſe anzahl von Fran­zoͤſiſchen Ingenieurs, und unter denen ei­ner von den geſchikteſten Mathematicis in Frankreich anher gekommen, welche zwar auch nicht ſtraks befoͤrderung gefunden,* ; o

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