Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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213
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213 Erſter Theil, von der Mark insgemein. IX. Kap. 514

über welche der Allerhoͤchſte GOtt Uns in ö., Churfuͤrſtenthum, Fuͤr­ſtenthůmern, Graf. und Hexrſchafften, nach feinem allerhoͤchſten Raht und Willen geſetzet, nebſt entbietung Unſers gnaͤdigen gruſſes, zu vernehmen, daß Uns gebuͤhre, lob, preiß, ehre und dank zu geben dem, der Uns Koͤ­nigreich, Macht, Stärke, Ehre und Herrlich­keit verliehen hat, und daß es mit uns allen, ſo auf erden ſeine Stathalter, und ſeines Reichs Amtleute ſein, nebſt der verherrli­gung des groſſen Namens GOttes, auch dieſen hauptzwek haben můſe, daß fie, nicht allein die zeitliche wohlfahrt ihrer anver­trauten Unterthanen befoͤrdern, ſondern, weil dieſelhe nicht für dieſe welt allein geſchaf­fen, und in dem ſterblichen leibe eine un­ſterbliche ſeele tragen, auch dafür noͤhtig zu ſorgen haben, daß, wo ſie nicht alle zu GOtt

bekehret, wenigſtens doch ihr gericht ihnen

einſten nicht ſchwerer werde. Wann dann, in ſolcher erwegung, wir mit erbarmenden

augen das arme Judenvoll, ſo uns GOtt in

Unſern Landen untermuͤrfig gemacht, anſe­hen, ſo wuͤnſchen Wir wohl herzlich, daß dies Voll, welches der Herr ehemahls ſo hoch ge­liebet, und vor allen andern Voͤlkern zu ſei­nem eigenthum exrwehlet hatte, endlich bon ſeiner blindheit moͤchte befreiet, und mit uns zu einer gemeinſchafft in dem glauben an den aus ihnen ſelbſt gebohrnen Meßtam und Heiland der welt gebracht werden. Weil aber das groſſe werk der bekehrung zu dem geiſtlichen Reich Chriſti gehoͤret; und Un­ſere weltliche macht keinen plaz darin ſindet; Wir auch die herrſchafft über die gewiß fen der Menſchen dem Herrn aller Herren Ag überlaflen: fo muͤſſen Wir zeit und ſtunde abwarten, welche der Barmher­zie 89tt, fie zu erleuchten feinem. al­kein Gnädigen Willen vorbehalten hat. indeſſen fie mit gedult ertragen, und die mittel zu ihrer bekehrung mit aller liebe und ſanftmuht anwenden laſſen. Wie wir dann hiermit inſonderheit die Geiſtliche und Seelenſorger ermahnet haben wollen, oft fie gelegenheit dazu erſehen, ſich zube­muͤhen, wie fie. dieß unglauhige Volk mit lanftmuht gründlich Überzeugen, und dem Meßig, unſerm Herrn zuführen. mögen; und alle und iede, ſo den namen Chriſti un ter uns bekennen, ernſtlich dahin anweiſen, ihnen drgernüß nicht zugeben, und keinen ftein des anſtoſſes in den weg zulegen: das gegen Wir aher auch die bosheit, da ſie ſich wieder Chriſtum Jeſum, unſern Herrn und Heiland, und fen Reich erheben wollten, L Cheil der mar Hiſt. 23 \

zu wehren, und fie maͤchtiglich zu ſtoͤhren, Uns hoͤchſt berpflichtet zu ſein erachten. Weil dann Wir vor kurz verruͤkter zeit mit bieler warſcheinlichkeit benachrichtiget wor­den, daß die Juden groß und klein in ihrem gebeht, ſich mawS whop Alenu leſchab­beach anfaͤnget, und von ihnen ſowohl in den ſchulen, als zu hauſe geſprochen wird, abſcheulige laͤſterungen wieder unſern Erlöͤ­fer und Heiland der welt führen: auch als­dann, wie vor einem greuel ausſpeien, und von dem orte etwas hinweg ſpringen ſollen: ſo haben Wir deshalh in berſchiedenen Un: ſern Provinzen und Landen eine genaue un­terſuchung angeordnet, und Unſern Regie­rungen und Commiſſarien unter andern mitgegeben, die Rahbinen und Aeſteſte mit. telſt eines wohlgeſchaͤrften Judeneids, zur he­kaͤntniß der wahrheit anzuhalten, nebſt an; gehengter ausdruͤklicher Bedrohung, daferne fie darunter einen meineid begehen wuͤrden, daß fie andern zum abſcheu, an leib und leben geſtraft werden ſollten. Als nun die Juden bernommen, daß die laͤſterung in den worten des erwehnten gebehts beſtuͤnde: yr eo van, b Lesben, pen Sand rm ſchehem coreim umiſtachayim lehevel varick, umitpallelim le lo Joſchia: ha­ben ſte nicht allein deme heftig wiederſpro­chen, ſondern auch ſo gar auf einen in den Juͤdiſchen ſachen erfahrnen und gelahrten Chriſten ſich berufen, der fie deshalb in ſei­nem in offentlichen druk herausgegebenen buche entſchuldige. Was aber den berſtand und ſinn der angefuͤhrten worte anlanget, fo haben fie vorgegeben, daß das gebeht Alenu Leſchahbeach von Joſua zeiten herkommen, und bon ihm, als er der Amoriter groſſe ab­goͤtterei, welche die ſonne, mond und das geſtirn, ja noch andere ganz elende nichtige dinge angehehtet, geſehen hatte, ſei gemacht worden, und waͤre ſolcher worte eigentlicher inhalt und berſtand dieſer: welche kniende ſich büͤkken bor eitelkeit und lerheit, das nicht helfen kann. Womit Joſua auf die groſſe und blinde abgoͤtterei der Heiden gezielet hätte, und folgends irrig waͤre, daß ſie, Ju­den, unter ſolchen worten die Chriſten ber greifen, oder ſolche Völker verſtehen ſollten welche nebſt ihnen den Schöpfer himmels und der erden(von dem in dem gebeht vor­hin gemeldet worden) anheten, oder daß ſie ſelbige worte angeſchuldigter maßen zu einer laͤſterung des Heilandes gebrauchen ſollten. Ob nun wohl auch wegen des ausfpeiens und hinwegſpringens, es ihnen an ausrede nicht

an,. fie auch überall zu abſchwerung A

des