Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
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25 Erſter Theil, von der Mark insgentein. N. Kap. 216

des aufs ſchaͤrfſte entworfen geweſenen und ihnen vorgeleſenen eides ſich erbohten: haben Wir demnach aus Landesbaͤterlicher ſorgfalt gegen alle Unſere Unterthanen, mehr liebe für fie, als fie ſelbſt des erbarmens über fich gehabt, und daher Unſern Commiſſa­rien allergnaͤdigſten befehl ertheilet, zu able­gung des eides ſie nicht anzuhalten, in mehre erwegung, daß Wir doch dadurch bis auf den grund der ſachen nicht kommen wuͤrden; die entheiligung aber des Allerheiligſten na­

mens Gottes ſehre zu beſorgen ſtuͤnde, bei

einem Voll, das den eid nach der lehre eini­ger unter ihnen zu bernichten, und hier, in­ſonderheit aus furcht der unaushleiblichen gefahr, vor zulaͤßig halten durfte.

Weil aher dabei die ehre unſers Gottes, Herrn und Heilandes Chriſti Jeſu verthei­

diget, erhoben, und vor dem Volk erkannt

werden muß; und zum preis der Majeſtaͤt unſers GOttes, weit ſicherer ſein will, das­jenige, ſo verdächtig iſt, und als Gottes­laͤſterlich angegeben worden, ſchlechterdings abzuſchaffen, als mit gefahr über das ganze Land, und alle ſeine Einwohner, laͤnger hin zu dulden: ſo wollen, ſetzen und ordnen Wir hiermit, und in kraft dieſes, daß von nun

an, bis zu ewigen zeiten kein Jude, Mann

oder Weib, jung oder alt, in Unſern Lan­den, bei verluſt daraus alſo fortgejaget zu werden, weder in der ſchule, noch in ſeinem hauſe die oben angefuͤhrte worte des gebehts ö. Vir diho e9banzı PM Alenu leſchab­beach: Schehem coreim umiſchtachavim lehe vel varik, umitpallelim le jo joſchia, brauchen, beten und ausſprechen, dabei aus­ſpulken und hinweg ſpringen, auch den Kine dern nicht beibringen ſolle. Und damit man deſſen ſo viel mehr verſichert ſei, ſo ſoll hin­fuͤhro das gebeht ey Alenu welches ſonſt von iedem in der ſtille in der ſchule gebehtet wor: den, von einem aus der gemeine laut und deutlich geſprochen, und von den uͤbrigen nachgebehtet werden, dazu Wir gewiſſe Auf­ſeher verordnen wollen, die deßhalb die Ju­denſchulen oͤfters beſuchen werden. Da aber zu hauſe oder anderswo ein oder mehr

Inden ſich geluͤſten laſſen ſollten, wieder Dies.

ſes Unſer ernſtliches geboht zu handeln; und die verdaͤchtige worte dennoch zu behten, und dabei zu ſpeien und zu ſpringen, oder den Kindern ein ſolches beizubringen: ſo ſoll wieder den oder dieſelbe, alſohald es in erfah­rung gebracht wird, mit der angedroheten ſtrafe unverzuͤglich verfahren werden: die­

jenige aber, welche, ohne daß man es erfuhre

ſolches thun, und insgeheim mehr beruͤhrte worte, zur ſchmach unſers Heilandes, mit dem munde, oder auch in ihrem herzen ſpre­chen mochten, wollen Wir der Goͤttlichen Allmacht die auch die berſtokte herzen aͤn­dern und erweichen kan, uͤberlaſſen haben, und wird Chriſtus Jeſus, unſer Herr und Erloͤſer feine ehre zu rechter zeit ſchon zu retten wiſen..

Wir verſehen Uns allergnaͤdigſt, daß die Inden dieſem Unſerm geboht, welches Wir, in allergnaͤdigſter erwegung, daß ſie ehemahls Gottes geliebtes Volk geweſen, und daß fie nach dem fleiſch die befreundten unſers Hei­landes ſein, mit liebe, mitleiden und erbar­mung gegen fie verknuͤpfet haben, fünften aber die ehre unſers GOttes von Uns un­umgaͤnglich erfodert, ſo vielmehr allerun­terthaͤnigſten gehorſam bezeigen werden, weil ihnen darin nicht das geringſte wieder ihre Religion, Ceremonien, aufſaͤtze oder ge­brauche angemuhtet wird: maſſen fie nicht allein ſelbſt, won Dielen jahren her, in ihren gedrukten buͤchern die mehr angezogene wor­te, wegen beiſorge einer gefaͤhrlichkeit, ſo ih­nen an Heidniſchen orten, oder ihrem vorge­ben nach, aus mißdeutung hei den Chriſten, erwachſen konnte, auszulaſſen gewohnet find ſondern ſelbſt einige ihres mittels vor unſern Commiſſarien bezeuget, daß weder ſie ſolche wort gelernet, noch ihre Kinder lernen laſ­ſen; ja daß ſolche worte nicht von allen Ju­den gebehtet würden, auch fie zu behten, nicht noͤhtig wäre, darum, weil dieſelbe nicht zu GOtt gerichtet waͤren, und eigentlich

kein lob GOttes in ſich hielten; das aus­ſpeien aber bei dem gebet woy Alenu gemäß ihren bei der Commiſſion vorgezeigten buͤ­

chern, fuͤr eine ſündliche ſache zu halten waͤ­re, welche von unſer Judenſchafft zu Halber­ſtat bereits freiwillig abgeſtellet worden, übrigens bon dem hinweg ſpringen fie gar nicht wiſſen wollen. Die nun hierin Uns ſerm allergnaͤdigſten und ernſtlichen willen nachleben werden, haben ſich Unſers Landes= vaͤterlichen ſchutzes und ſchirmes, wie andere getreue Unterthanen, noch fernerhin aller­unterthaͤnigſt zu erfreuen; die uͤbertreter aber die obangedeutete, ja nach befinden der umſtaͤnde, gar leib⸗ und lebensſtrafe unaus­bleiblich zu gewarten: maſſen Wir hiermit allen in Unſern Koͤnigreichen und Landen vorhandenen Regierungen Juſtiz⸗Collegiis, höhen und niedrigen, Geiſt⸗ und Weltlichen Gerichten, Ohrigkeiten in Staͤten J

dem