„43 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg 1. Kap. 474
ept. erauͤgete ſich eine, welche dieſer 2 ö. kam. Dann um 6 uhr 28 min. mit dem untergang der Sonnen trat der Mond in den erdſchatten: um 7 uhr 34 min. war er gaͤnzlich verſinſtert, welches bis 9 uhr 42 min. und alſo 2 ſtunden 8 minuten edauert, um 10 uhr 48 min. aber aus dem erdſchatten herausgetreten, und das volle licht wieder bekommen: nachdem die ganze finſternuͤß 4 ſtunden 20 minuten gedauert, und die gröffe derſelben aa zoll 46 min. ers reichet.
A 1729, ſein ebenfalls zwei totale Mondfinſternuſſen geweſen: eine am 13 Febr. welche vor 8 uhr anfing, und bis etwas nach! 2 uhr, und alſo ebenfalls ganze 4 ſtunden waͤhrete; die andere am 9 Aug. welche gleich nach mitternacht anfing und bis halb 4 uhr, mit
hin z ſtunde dauerte, wie ſolche der Königl. Aſtronomus, Hr. Kirch beobachtet, und in
ſeinen Aſtronomiſchen Anmerkungen ſ. 20. vorſtellig gemacht; die auch deswegen vor andern merkwuͤrdig iſt, weil bald darauf am 19 Sept. die Venus hinter dem Mond weg
gegangen, dabon er ſ. 37. handelt, welches
ſonſt auch A. 1720, 31 Dec. ſich zugetragen.
Sonſt haben ſich dergleichen gaͤnzliche ver» ſinſterungen des Monden begeben A. 1725. am 21 Okt. welche um 6 uhr 17 minuten 31 ſek angefangen, und um 10 uhr 6 min. az ſek. aufgehöret, mithin in allen 3 ſtunden 48 min. 52 ſek. gedauert: und A. 1740. zwiſchen dem 13 und 14 Jan. welche von
abends halb 10 uhr bis halb 2 uhr gedauert,
und an zoll 40 min. in die tiefe des erdſchattens hinein gegangen: welcher diejenige beikommt, welche A. 1743. am 2 Nov. des morgens um 2 uhr 27 minuten angefangen, und z ſtunden 38 min. gewaͤhret, und 21 zoll in
anſehung der tiefe des erdſchattens erreichet.
Unter allen aber hat diejenige Mondſinſternüß, welche A. 747. am 25 Febr. ſich er auget, und um 4 uhr 9 minuten anging, um 5 uhr den hoͤchſten grad erreichete, und um 6 uhr mit dem untergang des Monds zu ende ging, das meiſte aufſehen, ſowohl hier in Berlin, als an andern orten gemacht; ohngeacht fie wegen des bewolkten himmels nicht zu ſehen war. Dann weil man in den Kalendern bei anzeigung dieſer Mondfſinſternuͤß
hatte einfließen laſen, daß nach Aſtrologi
2
hen gründen dieſelbe theils auf eine beſchd
digung der Menſchen, theils der vögel in er luft, theils der fiſche in den gewaͤſſern, lll. Theil der Mart. diſt.
theils des winterkohls, theils auf ziemlich duͤrre, unfruchtbarkeit, und heſchaͤdigung der ſaat und fruͤchte zielett; ſich anbei auch einige vorwitzige gefunden, welche etwa hierauf gefuſſet, und einen bei der ſinſternuͤß fal lenden giftigen nebel geweiſſaget, wodurch ein theil Menſchen in Berlin, als durch eine peſt hingerafft, die Aſtrologiſche anzeige auch zur wuͤrklichkeit gebracht werden würde: ſo ges rieht inſonderheit der Gemeine Mann, der dieſes alles für eine gewiſſe wahrheit hielt, in eine gröſſe furcht, welche durch allerhand, mehrmals auch zur kurzweile auf die bahne
gebrachte reden unterhalten und vermehret
wurde; der kohl aber vorher inſonderheit herhalten mußte, den man doch der vergiftung entreiſſen und ſich zu nutze zu machen ſuchte. Endlich lehrete die erfahrung, daß an allen dieſen nichts als eine Aſtrologiſche ankuͤndigung geweſen, dafür man ſie auch nur ausgegehen, und gehalten wiſſen wollte. Sonſt war abends zubor zwiſchen 8 und 9 uhr ein voller hof um den Mond, von nicht ſonderlicher groͤſſe auf deſſen auͤſſerſtem theil ein vollſtaͤndiger Regenbogen zu ſehen, welcher
iedoch wie er ſeinen grund in den duͤnnen
flüchtigen wolken hatte, welche aus dem abend kamen, zuſehends in etlichen minuten verſchwand. Gegen 11 uhr zeigte ſich wiederum ein Krais um den mit einem gewoͤlke bezogenen Mond, der aber ungemein groͤſſer war, als der borige, und auch hald verſchwand.| 4)
2. Ein Naͤchtlicher Regenbogen, ſo A. 1708: im Herbſt ſich gezeiget, dergleichen auch zu Frankfurt. 1631. abends zwiſchen den 28. und 29. Maͤrz, und alſo fünf tage bor der eroberung zu nachts um 11 uhr bon dem damahligen Profeſſore Matheſ. Benjamin Urſino ſamt ſeinen ausgegenoſſen angemerket worden: Nocte hunc diem praecedente viſa eſt Iris Nacdturnaꝗ circa horam Il. ſpecioſiſſima totum aſpectabile coelum complexa. Lieſet man hiervon (in D. Gregor. Franci Diario, Dergleichen Krohne oder Naͤchtlicher Regenbogen bon ungewöhnlicher‘ groͤſe hat ſich. 1728. 9. Nov. abends halb 10 uhr gezeiget, und iſt gegen füdweft bis an den horizont und gegen über faſt bis an den ſcheitelpunkt gere chet. Welchem derjenige ganz aͤhnlich ge= weſen, der A. 1729. 28. Okt. beobachtet worden. Der Mond iſt bei beiden ſehr blaß geweſen. Es hat heide der ſonſt ſchon wegen ſeiner geſchiklichkeit bekannte Prediger in a. Hr. Wegener beobachtet, Daß
bei