Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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481
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486 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. JL Kap.. 482

L; nordenwaͤrts lichter, als an andern theilen deſſelben geweſen. Die beſchreibung iſt in den Miſcellen Berolin. LI. ſ. 135. des Hrn. Seidels ſ. 133. des Hrn. Q E. ſ. 132. zu leſen, der zugleich meldet, daß dergleichen auf fünf wochen zuvor in der nacht zwiſchen den und 2 Febr. auch den 1 Marz zu Kopen­

hagen erſchienen, auch in Norwegen und Is:

land fast jaͤhrlich zu ſehen waͤren. Der Hr. 9. Leibnitz hat hierbei angemerket, cit. Mi/cell. Berolin. ſ. 137. 138. daß es auch in dem leztverwichenen jahrhundert von dem Gas­ſendo beobachtet, und in ſeinem werke de Phi­Jofophia Hicuri ſ. 13. Exercit, in Fludd. Adiect. 3. und inſonderheit in Vita Peireſci L. 3. wie es A. 1621. den 12 Sept. erſchie­nen, beſchrieben worden: fuͤhret auch aus den alten Geſchichtſchreihern die Annales Berti­nia nds ad A. S5). Chronographum Saxonem, den er ſelbſt herausgegeben ad A. 993. und ein al­tes Chronicon Quedlinburgenſe ad A. eund. an, welches ſich auch Angelus bedienet, Annal. B. U ſ. S indem er aus einem Chronico Sa­voniae ſchreibet, daß man A. 992. an S. Stephans Tage ein licht am Himmel nach mitternachtwaͤrts geſehen, welches nicht an­ders geſchienen, als ob es heller tag werden wollen, haͤtte auch faſt eine ſtunde lang ge­waͤhret. Ich glaube auch, daß was er B. J

ſ. 2, aus dem Marcellino erzehlet, daß man

A. 479. am himmel mitternachtwaͤrts bren­nende Feuerzeichen geſehen, ſolche ebenfalls nichts anders als dieſer Nordſchein geweſen. Der Hr. v. Leibnitz erinnert auch zuletzt, daß wann man bei den Geſchichtſchreibern hin und wieder lieſet, daß man ſtreitende Heere in der Luft geſehen, ſelbige nichts anders als

dieſes Phaenomenon geweſen; Hinc diſci.­

mus, quid aliquando Hiſtorici pen Acies in coelo viſas intelligant; quod rutilum eſt, id

credo ſanguineum appellant ſcriptores: Haec eſt claritas quaedam Borealis, quae

etiam noſtris temporibus conſpecta eſt ſtrias lucis ingentes ſubinde emittens. Und CGaſſendus c. 1. Haec attingo, quia Pei­reſcius laetatus eſt, rem fuiſſe nobis obſer­vatam, factusque eſt inde certior, nihil

aliud ſuiſſe, quam naturae luſum, quem Mp.

Paratum Bellicum aut Ideam Exercitus multi fuerant interpretati,. Addiderant ſane nonnulli, viſas ſibi inſtructas acies, inceden­Utibus peditum equitumque ordinibus: ac poſtremo viſum conflictum, cum explo­one globulorum ex tormentariis fiſtulis:

i n quod non ſimul clangorem tuba­*

Ptaedicaviſſent, quando cadem credulitas

clamoremque virum, auditum de­

infirmitasque humana eſt, quae his figmen­tis locum facit. Credibile omnino eſt, ſi non omnia, at bene multa, quas in hiſtoricis ſimilia extant, ex cadem effe origine, nec ampliorem fidem mereri. Von der urſache von dieſen allen hat bisher noch nichts gewiſſes koͤnnen geſetzet werden. Jedoch halte noch zur zeit fuͤr mich dafuͤr, daß es nichts anders, als ein ſubtiles Luftfeuer ſei, dergleichen A. 1646. den 6 Febr. am Behttage frühe morgens um 6 uhr zu Frankfurt uͤber der Unter­kirche, und A. 1658. den 13 Oktobr. zu Frankſurt an der Oder uͤber dem groſſen Collegio, und A. 1676. uͤber der Unterſtat und der Lebuſiſchen Vorſtat daſelbſt geſtan­den, ſo daß die in der Oberſtat und der Gu­benſchen Vorſtat nicht anders vermeinet, als daß daſelbſt feuersgefahr vorhanden waͤre; ut ſpeciem longinqui incendii praeberet, wie Seneca c. l. redet: und nachmahls A. 1678. den 29 Okt. fruͤhe um 3 uhr uͤber die ganze Stat, welches die damahls von den Doͤrfern Doͤlglin, Niederjeſar, Schoͤnefließ nach der Stat zu Markte fahrende Bauers­leute mit groſſer entſetzung angeſehen, und wegen des groſſen Lichts nicht anders gedacht, als daß die ganze Stat in feuer ſtuͤnde, oder doch eine große feuersbrunſt darin fein muͤſte, ſein auch ſchon an dem geweſen, daß ſie zu­

ruͤkke kehren wollen, haben aher doch ihren weg fortgeſetzet, mehr aus neubegierde den zuſtand der Stat zu ſehen, als der meinung

ihr getreide zu verkaufen. Als ſie aber vor das Thor gekommen, haben ſie ſich noch biel­mehr verwundert, daß man kein geſchrei oder rufen, wie ſonſten wohl bei feuersfaͤllen zu ge­ſchehen pfleget, gehoͤret: vielweniger einige anzeigung von einem brande vernommen, has ben alſo erzehlet, was fie geſehen hatten, und fein ihrer etliche deshalb hei der Univerſitaͤt,

als deren Unterthanen fie geweſen, abgeho­

ret worden. Ich werde auch nicht irren, wenn ich dasjenige was Juſtus in der Frank­furt. Chronikke am ende erzehlet, hierher bringe, daß nemlich A. 1560. den 28 Dec. am himmel ein groß feuer geſehen worden, mit vielen langen dikken ſtrahlen und balken dadurch die ſterne geflimmert, ſolches auch nicht allein zu Frankfurt, ſondern an vielen orten mehr waͤre wahrgenommen worden, und haͤtte von 3 bis 6 uhr geſtanden. (A. 1716. und nach der zeit haben dieſe Nordlichter mehrmahlen, und A. 1728. al­lein 17 mahl ſich ſehen laſſen, und den Lieb­habern der Naturkunde anlaß gegeben dieſer ſache etwas genauer nachzudenken. Doch hat es wegen der großen verſchiedenheit der Hh 3 ſtrahlen