Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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501
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zor Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. I Kap. 502

mann, welcher darüber ging feinen Hferden futter zu geben, umriß, und mit ſolcher ge­walt wieder einen leichſtein warf, daß ihm das geſichte ganz verwundet, und etliche zaͤhne aus dem munde geſchlagen worden. Man hat auch hernach in den folgenden Januar. und Fehr. mehr dergleichen ſtarke

bewegungen der Luft empfunden, die auf

dem Lande herum an ſtaͤllen und andern gebauͤden groſſen ſchaden gethan, auch durch bielfältige niederwerfung der Baume in den Heiden die wege ſehr unbrauchbar gemachet. Dieſe Sturmwinde haben den damahligen Prof. Math. zu Frankfurt loh. Placentinum veranlaſſet einen bericht davon drukken zu

laſſen. A. 1683. zu anfange des Julius er­

hub ſich abermahl ein groſſer Sturmwind, welcher inſonderheit die baumfruͤchte haufig herunter riß die Luft aber ganz mit dampf anfuͤllete, dergeſtalt, daß man mit verwun­derung die Wolken ganz niedrig gehen, und wie ein rauch mit gewalt forttreiben ge­

ſehen: zu welcher zeit eben die Tuͤrkiſche Ar­

mee bor Wien gegangen, und die belagerung

derſelhen angefangen; wie im gegentheil am 2 und 3, oder 1m und 13 Sept. bei einer ſehr

ſanften, ſtillen Luft und klahren Himmel die­ſelbe geſchlagen, und die belagerung aufzu­heben gezwungen worden.

Der A. 1704. Sonnabends vor dem II.

Advent am 6 Dec. gegen 4 uhr mit ſchrekli­chem hrauſen entſtandene Sturm hat die daͤcher an hohen hauͤſern in den Staͤten, ſun­derlich auch in der Stat Frankfurt gar ſehr beſchaͤdiget, auch den Knopf von dem nord­lichen Kirchthurm in der Oberkirche herun­ter geworfen. Nirgends aber hat dieſer Wind gröffern ſchaden gethan als in der Prignitz zu Lenzen und Freienſtein, als in derer erſtern er den Sonnabend nicht nur faſt alle privat · hauͤſer ſamt dem Kirchdach mehrentheils auf­gedekket, ſondern den folgenden Montag fruͤhe

eine fo groſſe Feuersbrunſt verurſachet, daß

faſt die ganze Stat in feuer aufgegangen, wie in den Lenziſchen Geſchichten 5. X. wird

zu ſehen fein; zu Freienſtein aber hat er die Thurmſpitze mit ſolcher heftigkeit über die Kir

che geworfen, daß nicht allein das Kirchdach, ſondern auch die helſte des Gewölbes: zer, ſchmettert worden. S. Freien ſt Geſch. 3 V

Ferner A. 1708. 25 Apr. eben da die

Stoffe Jeuersbrunſt in Kroſſen war, wur­

den viele der flamme entriſſene ſachen durch

e. Sturm fortgeriſſen, und eine Frau . einem Kinde in die höhe gehoben und 2 er niedergeworfen, die zwar keinen ſcha­

n Jenommen, dem Kinde aber ein arm zerhrochen worden. Welchergeſtalt der

Wind Som 12 Fehr. 1715. hin und wieder viel ſchaden angerichtet, iſt in dem Hiſtor. Geogr. Kalender von 1717. hemerket wor­den: und von dem unheil was 1717. in der Chriſtnacht durch einen grauſamen Sturm­wind in den Niederlanden und Nieder Teutſch­land, Holſtein, Schleßwig angerichtet, hat man ganze beſchreibungen, und kommt das, was unſern gegenden wiederfahren, dagegen in keine betrachtung: ob wohl das wuͤten ſo heftig geweſen, daß auch die Erde erſchuͤttert und man eine bewegung vom erdbeben will bemerket haben..

A. 1720. 1 Dec. wurde zu Arendſee die Schrampiſche Windmuͤhle umgeſchmiſſen, dabei des Muͤllers Sohn von 20 jahren vom muͤhlſtein getoͤdtet, die Schweſter hart bes: ſchaͤdiget, die Dienſtmagd aher, welche nach hauſe laufen und huͤlfe rufen wollen, ins waſſer getrieben, und auf der Geſtini­ſchen weide todt gefunden wordenl

A. 1732. im April iſt zu Mittenwalde 2 mahl das dach von der Kirche abgeworfen worden; und am 16 Aug. ein windſtrich uͤber Biegen, Gorgaſt, Neuenwedel gegangen mit einem getoͤſe als wanns gedonnert hätte,

A. 1733. traf einer Plauen, Branden­burg ꝛc. im Febr. am 11ͤJul. aber haben die oͤrter Chriſtindorf Zoß. Inſp. Reutwen Irf. Inſp. und dieſer Landesſtrich ſonderlich gelitten, und iſt die Luft mit ſtaub und ſand ganz angefuͤllet und finſter geweſen. Am 27 Aug. hat ein Hagelſturm Hohenfins, Neuſtateberswalde und andere oͤrter getrof­fen. Am 23 Nob. wiederum im Droßni­ſchen viel 100 bauͤme gefallen. ang

Was A. 1734. 15 Fehr. für ein fuͤrch­terlicher Sturm beim gewitter geweſen, ſol­ches iſt anderswo erwehnet worden. Bald hernach am a8 Fehr. hat ein heftiger Sturm: wind zu Kruͤden Seehauſ. Inſp. morgens gegen 8 uhr ſich mit einer finſtern dikken wolke eingeſtellet, und eine viertelſtunde mit beſchaͤdijzung der Gebaüde und Baume ganz entſetzlich gewuͤtet, und feinen ſtrich über Breitenfelde, Apenb. Inſp. und Walls­leben Werb. Inſp. genommen, auch bis ge­gen abend, wiewohl nicht mit ſo auſſeror­dentlicher heftigkeit angehalten. Man hat ihn auch empfunden in der Mittelmark, da er ſonderlich gegen 5 uhr bei Falkenrade ei­nen Stall, in der Kirchenheide die helfte von Bauͤmen, bei Goͤrne Raten. Inſp. uͤber 1000 der ſchoͤnſten Baume, zu Gr. Kienitz ein haus, bei Straußberg in der Statheide 900. nutzhahre Bauͤme, und zo ſchok der­gleichen in der Heide hei Sauen aus- und

nieder­